Sicherheitsgespräche

27 August 2024 🇷🇺 Original: русский 1 Min. Lesezeit

Sicherheitsgespräche: Wie man so spricht, dass man gehört wird

Fragt man einen durchschnittlichen Mitarbeiter aus dem Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, warum er mit den Beschäftigten über Sicherheit spricht, lautet die Antwort meist: „Wir müssen Sicherheitsinformationen vermitteln, damit der Mitarbeiter sich daran orientiert und seine Arbeit sicher ausführt.“

Daraus ergibt sich eine sehr einfache Formel: Sicherheitswissen = sicheres Arbeiten. Aber ist das wirklich so?

Laut dem Fragebogen von Patrick Hudson gibt es fünf Wege, wie Sicherheitsinformationen an die Mitarbeiter herangetragen werden:

Wie kommuniziert das Unternehmen den Mitarbeitern sicheres Verhalten?

  • Das Unternehmen kommuniziert kein sicheres Verhalten an seine Mitarbeiter.
  • Das Unternehmen tut so, als würde es über sicheres Verhalten informieren. In den Betrieben gibt es Sicherheitsecken und Plakate. Die Informationen darauf sind jedoch nutzlos und zusammenhangslos.
  • Das Unternehmen versucht, auf allen möglichen Wegen über sicheres Verhalten zu informieren – von Plakaten und Broschüren bis hin zu Videos in sozialen Netzwerken. Die verbreiteten Informationen sind wichtig, verständlich und konkret, erscheinen jedoch nur periodisch.
  • Das Unternehmen informiert ständig über sicheres Verhalten. Sicherheitsappelle und nützliche Informationen sind immer genau dort zu finden, wo sie gerade benötigt werden.
  • Das Unternehmen informiert immer und überall über sicheres Verhalten. Es wurden Kanäle für die individuelle Kommunikation mit den Mitarbeitern zu Fragen der Arbeitssicherheit etabliert.

Wie wir sehen, kann die Vermittlung von Informationen an Mitarbeiter sehr unterschiedlich ausfallen. Heutzutage orientieren sich die Verantwortlichen für die HSE-Unterweisung oft an Gesetzen, Rechtsvorschriften, Reglementierungen oder Stakeholder-Anfragen. Das Ergebnis sind langweilige Nachrichten oder umfangreiche Wälzer voller Behördendeutsch und komplizierter Schachtelsätze, die oft selbst für Fachkollegen schwer verdaulich sind.

Das Wichtigste ist jedoch, dass diese Informationen mit TikTok, YouTube, sozialen Netzwerken und Nachrichtenseiten um die Aufmerksamkeit unserer Mitarbeiter konkurrieren. Laut Cisco-Daten wurden bis Ende 2016 weltweit 1,1 Zettabyte an Daten übertragen. Im Jahr 2019 sollte sich das Verkehrsaufkommen auf 2 Zettabyte pro Jahr verdoppeln. Wie eine Infografik von Cisco hilfreich anmerkt, entspricht 1 Zettabyte 36.000 Jahren Video in hoher Auflösung. Mit anderen Worten: Um die Videomenge zu erfassen, die weltweit pro Sekunde übertragen wird, bräuchten wir lediglich 5 Jahre ununterbrochenes Ansehen.

Man kann lange darüber diskutieren, dass jeder selbst für die Sicherheit verantwortlich ist und dass der Mitarbeiter selbst Interesse zeigen sollte, da es schließlich um sein Leben geht. Aber was bringt das? Wollen wir im Recht sein oder wollen wir, dass unsere Kollegen gesund und munter nach Hause zurückkehren?

Deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als die Realität zu akzeptieren und uns ihr anzupassen. Auch hier kann uns Patrick Hudson helfen.

Damit wir mit sozialen Netzwerken und Unterhaltungsplattformen konkurrieren können, müssen Informationen:

  • ständig sichtbar sein;
  • nützlich und glaubwürdig sein;
  • dort sein, wo sie gebraucht werden;
  • individuelle Merkmale des Mitarbeiters berücksichtigen.

Heutzutage müssen HSE-Informationen nicht nur den Gesetzen und den Wünschen der Stakeholder entsprechen, sondern in erster Linie interessant und für die Mitarbeiter leicht zugänglich sein. Daher ist es an der Zeit, die riesigen Wälzer zu vergessen, die heute eher wie Folterwerkzeuge für Mitarbeiter wirken als wie ein Instrument für ihre Sicherheit.

Was können wir tun? Zum Beispiel auf die Erfahrungen von Bloggern und populären Medien schauen. Es ist notwendig, neue Kanäle und Formate der Informationsvermittlung zu nutzen. Man kann kurze Videos mit Lifehacks zum sicheren Arbeiten erstellen. Nur die Anweisung einfach vor der Kamera vorzulesen, wird wahrscheinlich nicht mehr funktionieren. Man muss ein Format finden, das die Aufmerksamkeit des Mitarbeiters gewinnt und hält.

Ohne Unterhaltungsinhalte wird es auch nicht gehen. Menschen müssen sich manchmal von ernsthaften Informationen erholen. Daher ist es sehr wichtig, ein Gleichgewicht zwischen nützlichen und unterhaltsamen Inhalten zu finden.

Warum nicht die Mitarbeiter selbst in diese Arbeit einbeziehen? Interviewen Sie sie, lassen Sie sie selbst erzählen, wie und warum Sicherheit für sie wichtig ist. Lassen Sie die Menschen vor Ort zu Sicherheitsbotschaftern werden. Dies ermöglicht es nicht nur, ein neues Publikum zu erreichen („Oh, schau mal, da zeigen sie den Petrowitsch!“), sondern erhöht auch das Vertrauen in die vermittelten Informationen. Denn wenn ein Sicherheitsbeauftragter etwas sagt, ist das eine Sache, aber wenn es der Kollege aus der Produktion tut, ist das etwas ganz anderes.

Vielleicht müssen alle Vorschriften überprüft und überarbeitet werden. Papierstapel funktionieren nicht mehr. Heute gibt es einen Trend, überflüssige Dokumente loszuwerden und notwendige in neue Formate umzuwandeln: Merkblätter, Checklisten, interaktive Kurse.

Unsere Erfahrungen bei der Einführung neuer Kommunikationsformate und der Überarbeitung von Dokumenten können Sie hier einsehen: https://t.me/sobludaytepravila

Kollegen, ich würde mich freuen, wenn Sie in den Kommentaren Ihre Erfahrungen und Ihre Vision teilen, wie man Sicherheitsinformationen effektiv an Mitarbeiter vermittelt.

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