Die Größenordnung der Produktionsprozesse großer Unternehmen stößt unweigerlich auf das Problem der Kontrolle: Wenn die Anzahl der Mitarbeiter 50.000 übersteigt und es mehr als tausend Produktionsstätten gibt, werden traditionelle Inspektionsmethoden ineffektiv. Papierprotokolle, manuelle Datenzusammenführung und formelle Antworten über die Beseitigung von Verstößen kosten Tausende von Arbeitsstunden, ohne ein reales Bild der Sicherheit zu vermitteln. Im Rahmen des Webinars analysiert Maxim Fisenko, Leiter der Abteilung für HSE der Fernost-Eisenbahn, die Erfahrungen beim Übergang von veralteten Formaten zu einem automatisierten System zur Erfassung von Inspektionen und Registrierung von Verstößen.
Vor der Einführung digitaler Tools erforderte der Prozess der Verarbeitung von Inspektionsergebnissen enorme Ressourcen. Die Planung von Maßnahmen, das mehrfache Unterzeichnen von Berichten und das Weiterleiten von Dokumenten über regionale Direktionen führten allein für die Verwaltung zu einem Verlust von etwa 8000 Arbeitsstunden pro Jahr. Darüber hinaus fehlte eine zuverlässige Visualisierung: Berichte enthielten oft nur formelle „Erledigt“-Vermerke, was zu einem hohen Prozentsatz an wiederholten Verstößen und versteckten Risiken führte.
Um diese Probleme zu lösen, wurde eine einheitliche Webumgebung implementiert, die die Installation separater Anwendungen oder die Erstellung zusätzlicher Passwörter überflüssig macht – die Autorisierung erfolgt über das Konto des Arbeitscomputers. Das System bot Cloud-Datenspeicherung, automatische Signalisierung der Fristen zur Behebung von Mängeln (ein „Ampelsystem“) und eine obligatorische Foto- oder Videoaufzeichnung der Tatsache, dass der Verstoß behoben wurde. Der Referent betont, dass die Abteilungen nun nicht mehr einfach auf dem Papier berichten können – es ist ein visueller Beweis für die geleistete Arbeit erforderlich. Wenn der vorgelegte Bericht die Beseitigung des Mangels nicht vollständig widerspiegelt, lehnt die HSE-Abteilung ihn ab und sendet ihn zur Überarbeitung zurück.
Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Automatisierung war die Synchronisierung der Inspektionsdatenbank mit dem einheitlichen unternehmensweiten Personalmanagementsystem, insbesondere mit dem Modul zur Bewertung beruflicher Risiken. Dies ermöglichte den Übergang von statischen Risikokarten zu einem dynamischen Management auf der Grundlage realer Daten vor Ort.
In der Präsentation wird der Mechanismus einer solchen Integration detailliert untersucht. Wenn bei einer Inspektion ein Verstoß festgestellt wird, der ein Kriterium für die Risikoaktivierung darstellt (z. B. die Ausführung von Arbeiten ohne genehmigten technologischen Prozess), nimmt das System automatisch eine Anpassung vor. Das mit diesem Verstoß verbundene Risiko (z. B. das Überfahren durch Schienenfahrzeuge) geht in die Kategorie eines inakzeptablen Niveaus über. Innerhalb eines Jahres ermöglichte dieser Ansatz die objektive Anpassung von etwa 400 Karten für berufliche Risiken, wodurch sie zu einem echten Instrument für die Entwicklung gezielter Präventivmaßnahmen für bestimmte Direktionen wurden.
Der Übergang zu papierloser Technologie und transparenter Kontrolle brachte messbare Ergebnisse. Die Zeitersparnis für Spezialisten betrug etwa 7000 Stunden pro Jahr, und die finanziellen Kosten für Papier und Druck sanken um eine halbe Million Rubel. Die wichtigste Errungenschaft war jedoch die Reduzierung der Wiederholungsrate der festgestellten Verstöße um fast das Dreifache. Eine strenge Qualitätskontrolle der eingereichten Berichte schloss einen formellen Ansatz zur Sicherheit aus.
Alle Leiter von Strukturabteilungen haben Zugriff auf Analysen, und ihre Aktivität im Programm wird online überwacht. Um die Informationssicherheit bei Inspektionen vor Ort zu gewährleisten, werden sichere Unternehmens-Tablets verwendet. Gegen Beamte, die die Arbeit mit Verstößen systematisch ignorieren, werden Disziplinarmaßnahmen ergriffen und Prämienzahlungen gekürzt, was ein hohes Maß an Ausführungsdisziplin aufrechterhält.
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