Das HSE-Management bei einem der größten Arbeitgeber des Landes erfordert einen systematischen Ansatz, der Hunderttausende von Mitarbeitern abdecken kann. In seinem Vortrag analysiert Andrey Lisitsyn, Leiter der Abteilung für Ökologie und Technosphärensicherheit der RZD AG, den Transformationsprozess des traditionellen dreistufigen Kontrollsystems hin zu einem modernen umfassenden System zur Bewertung des Arbeitsschutzes im Unternehmen (KSOTP).
Das seit 1981 historisch gewachsene Kontrollsystem mit Papierprotokollen hatte sich allmählich zu einer routinemäßigen Formalität entwickelt. Das Hauptproblem war der Abbruch des Feedbacks zwischen Führungskräften und Mitarbeitern. Der Redner zeigt am Beispiel der RZD, wie der Übergang zu einem prozessorientierten Ansatz die Schaffung eines transparenten und funktionierenden Instruments zur Einbindung des Personals in Sicherheitsfragen ermöglichte.
Das implementierte KSOTP-System baut auf mehreren Kontrollebenen auf, von denen jede ihre eigenen klaren Aufgaben und Umsetzungsinstrumente hat.
Die grundlegende Kontrollebene wird direkt am Arbeitsplatz durchgeführt. Die wichtigste Neuerung ist die Möglichkeit für jeden Mitarbeiter, nicht nur für Führungskräfte oder HSE-Beauftragte, einen festgestellten Verstoß zu dokumentieren. Hierfür werden an zugänglichen Stellen ausgehängte Mängellisten verwendet.
Der Prozess ist durch Checklisten formalisiert: 11 Schlüsselpositionen werden vor Arbeitsbeginn und 8 Positionen im Laufe des Tages überprüft. Die festgestellten Mängel werden nach Gefährdungsgrad unter Verwendung einer Visualisierung („Sicherheitskreuz“) eingestuft:
Die zweite Kontrollebene wird von den Leitern der Produktionsabteilungen (Werkstatt-, Abschnittsleiter) durch Ausfüllen einer Checkliste mit 6 Abschnitten durchgeführt. Bewertet wird nicht nur der aktuelle Zustand, sondern auch die Wirksamkeit der Arbeit der ersten Stufe, einschließlich der rechtzeitigen Behebung von Mängeln.
Die dritte Ebene ist eine vierteljährliche kommissionsbasierte Überprüfung unter dem Vorsitz des Unternehmensleiters. Die Checkliste enthält 50 Fragen (24 allgemeine für das Unternehmen und 26 spezifische für die Niederlassung). Basierend auf den Ergebnissen wird eine Punktzahl vergeben, die den Status der Abteilung bestimmt:
Die Größe des Unternehmens (über 700.000 Mitarbeiter) machte die Automatisierung des KSOTP unumgänglich. Der Redner betrachtet detailliert die Evolution der Instrumente: von Papierlisten an Infotafeln über Terminals bis hin zu mobilen Apps. Die Einführung des „Persönlichen Bereichs des Maschinisten“ hat bereits über 105.000 Nutzer erreicht und bietet ihnen direkten Zugriff auf die KSOTP-Funktionen von ihren persönlichen Geräten aus, trotz strenger unternehmensinterner Anforderungen an die Informationssicherheit.
Ein wichtiges Element des Systems ist das Ticket-Warnsystem (grüne, gelbe, rote Tickets), das in den Schulungs- und Wissensüberprüfungsprozess integriert ist. Darüber hinaus sind Mechanismen zur finanziellen Belohnung aktiver Prozessbeteiligter aus dem Lohnfonds vorgesehen.
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