Die Gewährleistung der Sicherheit bei der Arbeit mit Fremdfirmen ist eine der größten Herausforderungen für jedes Großunternehmen. Wenn sich gleichzeitig Hunderte von Organisationen und Tausende von Mitarbeitern auf dem Gelände befinden, funktionieren traditionelle Kontrollmethoden nicht mehr. Lilia Kutergina, Leiterin der HSE-Abteilung des Kernkraftwerks Nowoworonesch, teilt ihre einzigartige zehnjährige Erfahrung bei der Transformation der Beziehungen zu Auftragnehmern: von strengen Strafen und „Tafeln der Schande“ hin zur Schaffung eines einheitlichen Teams, das durch gemeinsame Sicherheitsstandards vereint ist.
In dem Vortrag wird der Weg, den das Kraftwerk gegangen ist, um null Unfälle bei Auftragnehmern zu erreichen, detailliert beleuchtet. Die Referentin zeigt beispielhaft, wie der Übergang von reaktiven Maßnahmen zu proaktiven Verfahren und der Einbindung des Top-Managements die Situation auf der Baustelle und im laufenden Kraftwerksbetrieb grundlegend verändern konnte.
Das im Kernkraftwerk Nowoworonesch aufgebaute System basiert auf mehreren grundlegenden Prinzipien, die nicht nur die formale Erfüllung von Anforderungen, sondern eine tatsächliche Verhaltensänderung der Mitarbeiter sicherstellen.
Die Referentin analysiert eine kritische Phase: die Vertragsunterzeichnung. Es wurde ein Verfahren zur obligatorischen Prüfung von HSE-Dokumenten (Arbeitsplatzbewertungen, medizinische Untersuchungen, Arbeitsausführungspläne) vor Vertragsabschluss eingeführt. Erfüllt eine Organisation die Anforderungen nicht, wird der Vertrag nicht unterzeichnet, was den Zugang unvorbereiteter Auftragnehmer zu einer gefährlichen Anlage ausschließt.
Zur Motivation der Auftragnehmer wurde die Richtlinie „HSE-Führer“ entwickelt. Das Erreichen eines hohen Sicherheitsniveaus bietet bei nachfolgenden Beschaffungsverfahren im Bereich „Qualität“ einen Vorteil. Dieser Ansatz schafft einen gesunden Wettbewerb und ermutigt die Organisationen zur kontinuierlichen Verbesserung.
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