Die HSE-Branche hat sich lange Zeit auf die Raten leichter Verletzungen (LTIFR) als Hauptindikator für Sicherheit verlassen. Historische Beispiele wie der Unfall auf der Plattform Deepwater Horizon zeigen jedoch: Das Fehlen leichter Verletzungen garantiert keinen Schutz vor katastrophalen Ereignissen. In seinem Vortrag erläutert der Experte für die Bewertung technogener Risiken, Sergey Ryabov, warum der traditionelle Ansatz überdacht werden muss und wie die Methodik des Managements kritischer Risiken hilft, Gruppenunfälle und den Verlust von Vermögenswerten zu verhindern.
Die Ressourcen jedes Unternehmens — Zeit, Budget, Personal — sind immer begrenzt. Es ist unmöglich, absolut alle Risiken gleichzeitig und mit gleicher Effizienz zu kontrollieren. Der Sprecher betont die Notwendigkeit einer strikten Priorisierung: Der Fokus muss sich auf wesentliche negative Ereignisse verlagern. Dies sind Situationen, die bei unzureichender Kontrolle zum Verlust von Menschenleben, massiven Umweltschäden oder Produktionsstillständen führen können.
Anstatt die Aufmerksamkeit auf die Beseitigung aller kleinen Mängel nacheinander zu lenken, schlägt das System zum Management kritischer Risiken vor, zunächst einen zuverlässigen Schutz vor fatalen Bedrohungen mithilfe eines Barrierensystems aufzubauen.
Barrieren sind Kontrollelemente, die zwischen der Gefahrenquelle und dem Menschen oder dem Vermögenswert stehen. Im Vortrag wird die Unterteilung der Barrieren in zwei Kategorien detailliert betrachtet:
Eines der Hauptprobleme traditioneller Unterweisungen ist, dass die Informationen von den Mitarbeitern oft nicht verinnerlicht werden. Um die Theorie in die Praxis umzusetzen, zeigt der Sprecher am Beispiel eines Bergbauunternehmens die Einführung eines Systems persönlicher Checklisten.
Der Arbeiter füllt vor Schichtbeginn eine kurze Checkliste aus und markiert die kritischen Sicherheitsparameter seines Arbeitsplatzes. Dies dauert nur wenige Minuten, zwingt die Person jedoch, sich bewusst auf die Hauptrisiken zu konzentrieren. Die direkten Vorgesetzten (Meister) überprüfen diese Checklisten mithilfe spezieller Smartphones. Dieser Ansatz sorgt für Transparenz bei der Kontrolle und ermöglicht es dem Management, den Zustand der Barrieren in jedem Bereich in Echtzeit zu sehen.
Das System wird ohne die aktive Beteiligung des Top-Managements nicht funktionieren. Führungskräfte müssen nicht nur die Liste der kritischen Risiken genehmigen, sondern auch für jedes Risiko einen Verantwortlichen ernennen. Diese Verantwortlichen sind für die Festlegung objektiver Parameter zur Bewertung der Barrieren und die Überwachung ihrer Wirksamkeit zuständig, wodurch das Sicherheitsmanagement in einen messbaren Geschäftsprozess überführt wird.
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Kommentare 2
Dmitry Kuptsov,
Danke für die Fragen! Wir haben sie an Sergey weitergeleitet, er wird sich bei Ihnen melden
Liebe Organisatoren-Kollegen, guten Tag!
Nach dem gestrigen Webinar mit Sergey Ryabov hatte ich zusätzliche Fragen. Könnten Sie diese an den Experten Sergey Ryabov weiterleiten?
Die Fragen: 1) Was passiert, wenn ein Arbeiter eine der "Nein"-Optionen in der Checkliste ankreuzt? 2) Was passiert, wenn ein Meister eine mangelhafte Checkliste entdeckt? 3) Gibt es KPIs für die Arbeit mit Checklisten?
Mit freundlichen Grüßen, Kuptsov Dmitry
E-Mail: ddkuptcov@severstal.com