Management kritischer Risiken

Fallstudie
11 August 2022 🇷🇺 Originalsprache: русский

Die Illusion der Sicherheit: Warum null Unfälle nicht vor Katastrophen schützen

Die HSE-Branche hat sich lange Zeit auf die Raten leichter Verletzungen (LTIFR) als Hauptindikator für Sicherheit verlassen. Historische Beispiele wie der Unfall auf der Plattform Deepwater Horizon zeigen jedoch: Das Fehlen leichter Verletzungen garantiert keinen Schutz vor katastrophalen Ereignissen. In seinem Vortrag erläutert der Experte für die Bewertung technogener Risiken, Sergey Ryabov, warum der traditionelle Ansatz überdacht werden muss und wie die Methodik des Managements kritischer Risiken hilft, Gruppenunfälle und den Verlust von Vermögenswerten zu verhindern.

Priorisierung: Nicht alle Verstöße sind gleich gefährlich

Die Ressourcen jedes Unternehmens — Zeit, Budget, Personal — sind immer begrenzt. Es ist unmöglich, absolut alle Risiken gleichzeitig und mit gleicher Effizienz zu kontrollieren. Der Sprecher betont die Notwendigkeit einer strikten Priorisierung: Der Fokus muss sich auf wesentliche negative Ereignisse verlagern. Dies sind Situationen, die bei unzureichender Kontrolle zum Verlust von Menschenleben, massiven Umweltschäden oder Produktionsstillständen führen können.

Anstatt die Aufmerksamkeit auf die Beseitigung aller kleinen Mängel nacheinander zu lenken, schlägt das System zum Management kritischer Risiken vor, zunächst einen zuverlässigen Schutz vor fatalen Bedrohungen mithilfe eines Barrierensystems aufzubauen.

Technische und organisatorische Barrieren

Barrieren sind Kontrollelemente, die zwischen der Gefahrenquelle und dem Menschen oder dem Vermögenswert stehen. Im Vortrag wird die Unterteilung der Barrieren in zwei Kategorien detailliert betrachtet:

  • Technische Barrieren: physische Schutzsysteme wie Abdeckungen rotierender Mechanismen, Fehlerstromschutzschalter oder Gasüberwachungssysteme. Sie arbeiten unabhängig vom menschlichen Faktor und verhindern die Entwicklung eines Unfalls.
  • Organisatorische Barrieren: Arbeitserlaubnissysteme, Vorschriften für Arbeiten mit erhöhtem Risiko und mehrstufige Kontrollen. Sie legen die Regeln für die sichere Ausführung von Aufgaben fest.

Bottom-up-Implementierung: Checklisten und digitale Kontrolle

Eines der Hauptprobleme traditioneller Unterweisungen ist, dass die Informationen von den Mitarbeitern oft nicht verinnerlicht werden. Um die Theorie in die Praxis umzusetzen, zeigt der Sprecher am Beispiel eines Bergbauunternehmens die Einführung eines Systems persönlicher Checklisten.

Der Arbeiter füllt vor Schichtbeginn eine kurze Checkliste aus und markiert die kritischen Sicherheitsparameter seines Arbeitsplatzes. Dies dauert nur wenige Minuten, zwingt die Person jedoch, sich bewusst auf die Hauptrisiken zu konzentrieren. Die direkten Vorgesetzten (Meister) überprüfen diese Checklisten mithilfe spezieller Smartphones. Dieser Ansatz sorgt für Transparenz bei der Kontrolle und ermöglicht es dem Management, den Zustand der Barrieren in jedem Bereich in Echtzeit zu sehen.

Die Rolle des Top-Managements

Das System wird ohne die aktive Beteiligung des Top-Managements nicht funktionieren. Führungskräfte müssen nicht nur die Liste der kritischen Risiken genehmigen, sondern auch für jedes Risiko einen Verantwortlichen ernennen. Diese Verantwortlichen sind für die Festlegung objektiver Parameter zur Bewertung der Barrieren und die Überwachung ihrer Wirksamkeit zuständig, wodurch das Sicherheitsmanagement in einen messbaren Geschäftsprozess überführt wird.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie man kritische Risiken aus dem allgemeinen Gefahrenregister des Unternehmens isoliert?
  • Warum die traditionelle dreistufige Kontrolle oft versagt und wie man sie modernisiert?
  • Wie man ein Checklisten-System implementiert, ohne dass es zu einer reinen Formalität für die Arbeiter wird?
  • Welche Parameter zur objektiven Bewertung der Wirksamkeit organisatorischer Barrieren verwendet werden sollten?
  • Wie man die Verantwortung für das Management kritischer Risiken im Top-Management verteilt?
Für Pro- und VIP-Mitglieder
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Kommentare 2

Veronika Shabanova
Veronika Shabanova vor 3 Jahren

Dmitry Kuptsov,
Danke für die Fragen! Wir haben sie an Sergey weitergeleitet, er wird sich bei Ihnen melden

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ДК
Dmitriy Kuptsov vor 3 Jahren

Liebe Organisatoren-Kollegen, guten Tag!
Nach dem gestrigen Webinar mit Sergey Ryabov hatte ich zusätzliche Fragen. Könnten Sie diese an den Experten Sergey Ryabov weiterleiten?
Die Fragen: 1) Was passiert, wenn ein Arbeiter eine der "Nein"-Optionen in der Checkliste ankreuzt? 2) Was passiert, wenn ein Meister eine mangelhafte Checkliste entdeckt? 3) Gibt es KPIs für die Arbeit mit Checklisten?
Mit freundlichen Grüßen, Kuptsov Dmitry
E-Mail: ddkuptcov@severstal.com

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