Tag des Direktors als HSE-Spezialist: Wie eine Führungskraft die Sicherheitskultur in 8 Stunden pro Woche veränderte

Fallstudie
11 September 2025 🇷🇺 Originalsprache: русский

Vom Formalismus zur echten Sicherheit: Wenn die Führungskraft in die Werkstatt geht

Der traditionelle Ansatz zum Arbeitsschutz beschränkt sich oft auf das Unterzeichnen von Berichten und die Kontrolle der Einhaltung von Vorschriften. Echte Veränderungen in der Sicherheitskultur beginnen jedoch erst dann, wenn sich die Unternehmensführung persönlich in den Prozess einbringt. In seinem Vortrag analysiert Elvir Ilyasov, Leiter der Abteilung für Produktionssicherheit bei „Stroytransneftegaz“, einen unkonventionellen Ansatz zur Einbindung der Unternehmensspitze in Fragen des Arbeitsschutzes. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie die Initiative „Tag des Direktors als HSE-Spezialist“ die Einstellung der Mitarbeiter zu ihrer eigenen Sicherheit transformieren und festgefahrene Verhaltensmuster auf der Baustelle verändern kann.

Wie man Widerstände überwindet und einen Zugang zu „schwierigen“ Mitarbeitern findet

Eines der Hauptprobleme in der Produktion ist die formelle Einstellung der Arbeiter zu den Sicherheitsregeln. Der Referent merkt an, dass Menschen die Regeln oft nicht aus Unwissenheit verletzen, sondern weil sie nicht glauben, dass diese Regeln zu ihrem Schutz geschrieben wurden. Im Vortrag wird detailliert ein Beispiel für die Interaktion mit einem Mitarbeiter betrachtet, der systematisch kleine Verstöße beging und den Kontakt verweigerte. Ein informeller Ansatz und die Fähigkeit, eine gemeinsame Sprache zu finden, ermöglichten es nicht nur, die Einstellung dieses Arbeiters zu den Ermahnungen zu ändern, sondern ihn auch in einen aktiven Befürworter sicherer Arbeit zu verwandeln, der nun selbst den Neulingen die Regeln erklärt.

Die Praxis „Tag der Sicherheit“: Werkzeuge und Ergebnisse

Um das Problem der versteckten Mikrotraumata und der geringen Nutzung von PSA (nur 70 %) zu lösen, wurde ein Konzept vorgeschlagen, bei dem der Direktor wöchentlich Zeit für die Arbeit „im Feld“ aufwendet. Was hat das in der Praxis gebracht?

  • Persönliches Vorbild der Führung: Ein Direktor in Arbeitskleidung, der regelmäßig mit den Teams kommuniziert, weckt mehr Vertrauen. Dies baut die Barriere zwischen Management und Arbeitern ab.
  • Schnelle Problemlösung: Festgestellte Mängel (z. B. kaputte Spinde oder beschlagende Brillen) wurden in wenigen Tagen statt in Monaten behoben. Der Kauf von Anti-Beschlag-Sprays und neuen Spinden zeigte den Arbeitern, dass ihre Probleme wirklich gelöst werden.
  • Einführung digitaler Werkzeuge: Die Verwendung von QR-Codes für Meldungen über Verstöße und Chatbots für die schnelle Informationsübermittlung an Reparaturteams beschleunigte den Prozess der Gefahrenbeseitigung erheblich.
  • Gamification und positive Motivation: Der Wettbewerb „Sichere Werkstatt“ mit einem Wanderpokal und öffentlicher Anerkennung für die Einhaltung der Regeln schuf einen gesunden Wettbewerb und verlagerte den Fokus von der Angst vor Strafen auf den Wunsch, sicher zu arbeiten.

Als Ergebnis der Einführung dieser Praktiken (im realen Fall begann der Direktor, täglich 3 Stunden für Rundgänge aufzuwenden) konnte die Rate der Mikrotraumata erheblich gesenkt und das Engagement des Personals gesteigert werden.

Technologien und Menschen: Balance für systemische Sicherheit

Der Referent betont, dass digitale Werkzeuge, wie der Chatbot „Taschen-Neo-Audit“ (der anhand eines Fotos Empfehlungen zur Verbesserung des Arbeitsplatzes gibt), nur in Verbindung mit persönlicher Kommunikation effektiv sind. Die Verringerung der Formalität, die Verwendung verständlicher Beispiele (Analyse realer Unfallfälle anstelle trockener Anweisungen) und die Anpassung der Regeln an die Realitäten der Arbeiter (z. B. Audioversionen von Anweisungen) helfen dabei, Sicherheit zu einem bewussten Wert und nicht zu einer aufgezwungenen Pflicht zu machen.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie man die Führungsebene davon überzeugt, sich persönlich an Rundgängen auf den Produktionsstätten zu beteiligen?
  • Welche informellen Methoden helfen, Arbeiter zu erreichen, die systematisch gegen die Regeln verstoßen?
  • Wie organisiert man das Sammeln von Feedback der Arbeiter mithilfe von QR-Codes und Chatbots?
  • Wie reagiert man schnell auf Anfragen der Mitarbeiter und verwandelt ihre Ideen in echte Verbesserungen?
  • Wie verlagert man den Fokus von einem Strafensystem auf positive Motivation und Gamification im Arbeitsschutz?
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