Die Entwicklung des HSE-Managementsystems ist ein kontinuierlicher Prozess, der eine Anpassung an neue Herausforderungen und das Niveau der Sicherheitskultur erfordert. Im Unternehmen EVRAZ, das rund 50.000 Mitarbeiter beschäftigt, haben Leben und Gesundheit des Personals absolute Priorität. Die Referentin Yana Reprintseva, Direktorin für HSE-Entwicklung, analysiert detailliert den Weg des Unternehmens von der Schaffung der Funktion im Jahr 2007 bis zur umfassenden Transformation, die 2022 begann.
Die Voraussetzung für die Veränderungen war die Erkenntnis, dass es trotz der Einführung von Risikomanagement und anderen Instrumenten nicht gelang, null tödliche Unfälle zu erreichen. Eine Bewertung nach der Bradley-Kurve zeigte, dass sich das Unternehmen auf der zweiten Stufe der Sicherheitskultur befindet. Dies erforderte eine Überarbeitung der Ansätze und die Einbeziehung aller Prozessbeteiligten: Produktion, Auftragnehmer und die HSE-Funktion selbst.
Im Vortrag wird der Ansatz zur Erfassung von Vorfällen über die Sicherheitspyramide detailliert betrachtet. Zuvor hatte das Unternehmen schwere und tödliche Verletzungen (LTIFR, TRIFR) erfolgreich verfolgt. Für den Übergang zur dritten Stufe der Sicherheitskultur ist es jedoch notwendig, an der Basis der Pyramide zu arbeiten – den Mikrotraumata (Bagatellunfällen).
Die Referentin zeigt an einem Beispiel, dass die Haupthindernisse bei der Erfassung von Mikrotraumata mit der Angst vor Bestrafung und der mangelnden Bereitschaft der Mitarbeiter zur Kommunikation mit dem Management zusammenhängen. Zur Lösung dieses Problems führt EVRAZ Folgendes ein:
Das zweite Schlüsselinstrument der Transformation war die Heatmap. Dies ist ein digitales Dashboard (implementiert auf Basis von Power BI), das die Häufung von Risiken in Produktionsbereichen visualisiert. Das Instrument hilft dem technischen Fachpersonal (Meistern, Bereichs- und Abteilungsleitern), die Arbeit richtig zu planen und die Aufmerksamkeit auf Problemzonen zu lenken.
Die Heatmap wird auf Grundlage direkter und indirekter Indikatoren erstellt, die aus den Ergebnissen langjähriger Vorfallanalysen ermittelt wurden. Die Farbanzeige (von Grün bis Rot) zeigt das «Spannungsniveau» im Bereich an. Wenn beispielsweise neue Mitarbeiter (weniger als 30 Tage) in einem Bereich arbeiten, markiert das System diese Zone und signalisiert die Notwendigkeit zusätzlicher Kontrolle durch einen Mentor.
Die Referentin betont, dass die Heatmap die Risikobewertung nicht ersetzt, sondern ergänzt, indem sie Daten aus verschiedenen Systemen in einem einheitlichen Informationsraum bündelt. Dies ermöglicht es, schnell auf Veränderungen zu reagieren und präventive Maßnahmen zu ergreifen.
Entdecken Sie die vollständige Bibliothek bewährter Praktiken der Arbeitssicherheit
Zur Bibliothek