HSE-Risikomanagement mit IT-Tools für Unternehmen

Fallstudie
10 März 2022 🇷🇺 Originalsprache: русский

Die Evolution des Risikomanagements: Von der Theorie zu digitalen Tools

Das Management von HSE-Risiken ist nicht nur eine Reihe von Vorschriften, sondern ein komplexer Prozess, der ständige Kontrolle und Analyse erfordert. In großen Industrieunternehmen, in denen zehntausende Mitarbeiter und Auftragnehmer gleichzeitig arbeiten, reichen traditionelle Methoden der Erfassung und Kontrolle nicht mehr aus. Der Übergang zu digitalen Risikomanagement-Tools ist ein natürlicher Schritt in der Entwicklung der Branche, der es ermöglicht, nicht nur Abweichungen zu erfassen, sondern die Sicherheit proaktiv zu steuern.

In seinem Vortrag erläutert Juri Solodownikow, Leiter der Abteilung für die Implementierung von Barrieren im Bereich technogener und ökologischer Vorfälle bei „Gazprom Neft“, detailliert, wie das Unternehmen ein Risikomanagementsystem unter Einsatz moderner IT-Lösungen aufgebaut hat. Der Referent zeigt am Beispiel des Programms „Sicherheitsgerüst“, wie strategische Ziele auf allen Managementebenen in konkrete digitale Werkzeuge transformiert werden.

Dreistufiges Risikomanagementsystem

Für ein effektives Risikomanagement hat das Unternehmen eine dreistufige Strategie implementiert, die alle Phasen vom Unternehmenszentrum bis zum Produktionsstandort abdeckt:

  • Strategische Ebene: Fokus auf die Top-31 der prioritären Vorfallszenarien. Durch das Programm „Sicherheitsgerüst“ werden Barrieren eingeführt, die die Risiken der kritischsten Ereignisse reduzieren. Dies ermöglicht eine zentrale Steuerung der Hauptbedrohungen.
  • Taktische Ebene: Die Leiter der Tochtergesellschaften wählen die für ihre Unternehmen relevantesten Risiken aus dem Gesamtpool aus und entwickeln eigene Maßnahmenpakete nach dem PDCA-Zyklus. Dies gewährleistet die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit des Systems an die Besonderheiten der jeweiligen Anlagen.
  • Operative Ebene: Risikomanagement direkt an den Produktionsstandorten mithilfe von Analyse- und Bewertungstools, die auf die Änderung des Verhaltens des Personals und die schnelle Reaktion auf Abweichungen abzielen.

IT-Tools zur Umsetzung der Strategie

Der Referent geht ausführlich auf konkrete IT-Lösungen ein, die den Betrieb des Risikomanagementsystems sicherstellen:

  • Ursache-Wirkungs-Modell (UWM): Ein Tool basierend auf der BowTie-Methodik, das es ermöglicht, Vorfallszenarien zu visualisieren, Voraussetzungen zu identifizieren und notwendige Barrieren zu definieren. Es ist nicht nur ein Schema, sondern ein einheitliches Szenario-Verzeichnis für das gesamte Unternehmen.
  • Plattform auf Basis von „1C:PB“: Der Haupt-„Motor“ des Systems, in dem Verantwortlichkeiten, Fristen und die Kontrolle über die Implementierung von Barrieren erfasst werden. Die Plattform sammelt Daten von allen Tochtergesellschaften.
  • Mobile App „Arbeitsplatz des Inspektors“: Ein Tool für Spezialisten des SIR-Zentrums (einer speziell eingerichteten Abteilung), das es ermöglicht, die Funktionsfähigkeit von Barrieren direkt vor Ort mithilfe elektronischer Checklisten zu überprüfen.
  • App „Scanner“: Ein operatives Management-Tool zur Erfassung gefährlicher Handlungen und Bedingungen durch jeden Mitarbeiter. Die Informationen werden sofort an die Verantwortlichen weitergeleitet, um Maßnahmen zu ergreifen.
  • Dashboard-System: Ein Analysetool für Führungskräfte, das in Echtzeit Informationen über die Qualität der Barriereninstallation und die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems liefert. Dies ermöglicht es, Managemententscheidungen rechtzeitig anzupassen und Ressourcen neu zu verteilen.

Digitale Barrieren für Auftragnehmer

Der Vortrag befasst sich detailliert mit dem Ansatz zum Management von Risiken im Zusammenhang mit Auftragnehmern. Der Referent erläutert ein mehrstufiges Zulassungssystem, das darauf abzielt, Kompetenzen vor Beginn der Arbeiten zu überprüfen:

  • Externe Wissensbewertung (EWB): Ferntests von Auftragnehmern unter Verwendung eines Proctoring-Systems (Identitätsprüfung, Geräuschkontrolle, Betrugsprävention). Dies ermöglicht es, inkompetente Arbeiter auszusortieren, noch bevor sie am Standort eintreffen.
  • Elektronischer Zulassungspass: Eine einheitliche Datenbank, die Informationen über Qualifikationen, absolvierte Schulungen und Zulassungen jedes Mitarbeiters eines Auftragnehmers enthält.
  • Elektronischer Erlaubnisschein: Ein System, das die Zuweisung von Mitarbeitern zu Arbeiten mit erhöhtem Risiko blockiert, wenn diese nicht über die entsprechenden, im elektronischen Pass bestätigten Kompetenzen verfügen.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie baut man ein dreistufiges HSE-Risikomanagementsystem auf?
  • Welche IT-Tools sind erforderlich, um die Kontrolle der Funktionsfähigkeit von Barrieren zu automatisieren?
  • Wie nutzt man die BowTie-Methodik im digitalen Format zur Analyse von Vorfallszenarien?
  • Wie organisiert man eine effektive Kompetenzkontrolle von Auftragnehmern mithilfe von Ferntests und elektronischen Pässen?
  • Wie helfen analytische Dashboards Führungskräften bei Entscheidungen über die Umverteilung von Ressourcen für die Sicherheit?
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