Angesichts des Generationswechsels und des Eintritts junger Fachkräfte in Führungspositionen steht die Atomindustrie vor einer neuen Herausforderung. Hochschulabsolventen verfügen über fundiertes technisches Wissen, aber oft fehlen ihnen praktische Fähigkeiten im Umgang mit Personal und beim Aufbau einer Kultur des sicheren Verhaltens. Lilia Kutergina, Leiterin der Abteilung für allgemeine Ausbildung im Kernkraftwerk Nowoworonesch, teilt ihre einzigartigen Erfahrungen bei der Lösung dieses Problems durch die Einführung eines obligatorischen Praktikums für neue Führungskräfte am Arbeitsplatz des Leiters der HSE-Abteilung.
Die Referentin analysiert die Situation, als nach einer Phase hohen Engagements und null Unfällen (LTIFR = 0 über 10 Jahre) alarmierende Signale auftraten. Die quantitativen Indikatoren verbesserten sich nicht mehr, und die qualitativen zeigten ungünstige Trends im Verhalten des Personals. Gefährliche Handlungen wiederholten sich, und neue Führungskräfte hatten Schwierigkeiten mit dem Risikomanagement und den Verfahren zur Arbeitsplatzbewertung. Dies war der Ausgangspunkt für die Suche nach neuen Instrumenten zur Führungskräfteentwicklung.
Der Vortrag beleuchtet detailliert den Mechanismus des Praktikums, der fünf Schlüsselphasen umfasst:
Besonderes Augenmerk legt die Referentin auf die Fähigkeit, "Vorboten" zu erkennen – unbedeutende Ereignisse oder Spuren gewohnter, aber unsicherer Handlungen (z. B. ausgetretene Pfade an falschen Stellen oder gespannte Warnbänder anstelle von festen Absperrungen). Die Aufgabe der Führungskraft besteht nicht nur darin, den Verstoß zu erfassen, sondern die Ursache zu ermitteln und den Vorfall zu verhindern, bevor er eintritt.
Die Einführung des Praktikumsprogramms führte zu messbaren Ergebnissen. Die Anzahl gefährlicher Handlungen sank um 14 %, und falsche Handlungen des Personals wurden nicht mehr registriert. Die qualitativen Veränderungen waren noch bedeutsamer: Das Engagement der Mitarbeiter stieg, und bei Besprechungen mit dem Direktor wurde die Praxis des "Open Mic" eingeführt, was die Machtdistanz verringerte und das Vertrauen im Team stärkte.
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Kommentare 2
Marina Ragulina,
10 Minuten vor Beginn erscheint ein Verbindungsbutton. Das Webinar findet heute ab 12:00 Moskauer Zeit statt.
Der Zugang öffnet sich nicht, und er kam auch nicht an