Sicherheit und Produktion: Wie man das Gleichgewicht findet und die Effizienz nicht verliert
Unter den Bedingungen strenger Produktionspläne rücken Sicherheitsfragen oft in den Hintergrund. Reparaturfristen werden verschoben, kleinere Mängel ignoriert, was unweigerlich zu einem erhöhten Risiko von Verletzungen und Unfällen führt. Evgeny Novikov, Leiter der Abteilung für die Entwicklung von HSE-Instrumenten beim Lebedinsky GOK (Unternehmen Metalloinvest), analysiert, wie man dieses Paradigma ändern und Sicherheit zu einem integralen Bestandteil einer effizienten Produktion machen kann.
In dem Vortrag wird der Transformationsprozess des HSE-Systems in einem großen Bergbau- und Metallurgieunternehmen detailliert betrachtet. Der Sprecher zeigt an einem Beispiel, warum Veränderungen beim Top-Management beginnen müssen und wie die Einbeziehung von Führungskräften aller Ebenen die Einstellung zur Sicherheit am Arbeitsplatz verändert.
Transformationsinstrumente: von IT-Lösungen bis zur Standardisierung
Um die Sicherheitsziele zu erreichen, hat das Unternehmen einen umfassenden Ansatz implementiert, der verschiedene Tätigkeitsbereiche abdeckt:
- Digitale Helfer und Systemintegration: Es wurde ein HSE-Portal eingerichtet, in dem jeder Mitarbeiter Risiken oder Abweichungen im Anlagenbetrieb erfassen kann. Das System ist in SAP integriert, wodurch automatisch Tickets zur Fehlerbehebung erstellt werden können. Dies beschleunigt die Reaktion auf Vorfälle und macht den Prozess transparent.
- Standardisierung der Arbeit von Führungskräften: Es wurden Standards für Linienrundgänge unter Verwendung von Risikomanagement-Tools eingeführt. Die Führungskraft geht nicht in die Werkstatt, um «Schuldige zu suchen», sondern mit einem klaren Verständnis der Problemzonen dank einer digitalen Heatmap der Abteilung.
- Normen für Gelände und Arbeiten: Es wurden Standards für die Instandhaltung von Reparaturplätzen (unter Anwendung von 5S-Tools) entwickelt und Standardarbeitsanweisungen (SOP) unter Berücksichtigung der identifizierten Risiken überarbeitet. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen durch chaotische Materiallagerung und unsichere Arbeitsmethoden.
Zertifizierung von Führungskräften: Bewertung von Leadership in der Sicherheit
Der Übergang des Unternehmens auf eine systemische Ebene der Sicherheitskultur (nach dem Hudson-Modell) erforderte eine Bewertung der Kompetenzen der Führungskräfte selbst. Der Sprecher analysiert den internen Zertifizierungsprozess, der Folgendes umfasst:
- Bewertung der Beherrschung proaktiver Sicherheitsinstrumente.
- Analyse des «Sicherheitsradius» der Führungskraft: ihr Verhalten vor Ort, die Verwendung von PSA, die Reaktion auf Risiken.
- Bewertung der Fähigkeit, mit dem Team zu arbeiten und bei den Mitarbeitern eine «Zukunftsprojektion» (Vorhersehen von Konsequenzen) zu formen.
- Erstellung eines Sicherheitsrankings für die Werkstatt basierend auf der Geschwindigkeit der Risikobeseitigung und dem Feedback der Arbeiter.
Das erfolgreiche Bestehen der Zertifizierung bestätigt den Status als Leader für sichere Produktion, und in Zukunft ist geplant, diese Ergebnisse an die KPIs der Führungskräfte zu binden.
Was Sie aus diesem Webinar lernen werden:
- Wie überzeugt man das Top-Management von der Notwendigkeit von Investitionen in die Sicherheit?
- Wie hilft die Digitalisierung bei der Identifizierung und Beseitigung von Produktionsrisiken?
- Was ist eine «Heatmap» einer Abteilung und wie spart sie der Führungskraft bei Rundgängen Zeit?
- Wie wird das Leadership von Führungskräften im HSE-Bereich bewertet?
- Wie wirkt sich die Schulung im Risikomanagement in der Produktion auf die Reduzierung von Freizeitunfällen aus?