In der modernen HSE-Praxis beschränkt sich das Risikomanagement oft auf die Reaktion auf bereits eingetretene Vorfälle. Die wahre Effizienz wird jedoch durch die Arbeit am unteren Teil der „Unfallpyramide“ erreicht – bei Gefahrensituationen und Handlungen, die noch nicht zu Verletzungen geführt haben. In ihrem Vortrag erläutert Irina Gnezdilova, Leiterin der HSE-Abteilung bei Gazprom Energo, einen praktischen Ansatz zum Risikomanagement durch eine tiefgehende Analyse der Grundursachen von Gefahrensituationen.
Die Referentin zeigt am Beispiel ihres Unternehmens, wie der Übergang von der formalen Beseitigung von Nichtkonformitäten zur systematischen Ursachenanalyse es ermöglicht, null Unfälle (Ziel Null) ohne erhebliche zusätzliche finanzielle Investitionen zu erreichen, indem bereits vorhandene Daten und Ressourcen genutzt werden.
Für ein effektives Risikomanagement ist es notwendig, Informationen über potenziell gefährliche Ereignisse aus verschiedenen Quellen zu sammeln. Im Unternehmen wurde ein Datenerfassungssystem aufgebaut, das Folgendes umfasst:
Die Erfassung dieser Daten ist nur der erste Schritt. Der Hauptwert liegt in der anschließenden Analyse jeder dokumentierten Situation.
Der Vortrag beleuchtet detailliert den Prozess der Arbeit mit erkannten Gefahrensituationen. Anstelle einer oberflächlichen Behebung (z. B. durch außerplanmäßige Unterweisungen) wird die Methode der Grundursachenanalyse angewendet, am häufigsten die „5-Why“-Methode oder die Barriereanalyse.
Dieser Ansatz erfordert einen bestimmten Reifegrad der Sicherheitskultur im Unternehmen. Es ist wichtig, eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen, in der die Mitarbeiter bereit sind, die Ursachen von Mängeln offen zu diskutieren und eine kritische Selbsteinschätzung vorzunehmen. Für die erfolgreiche Einführung des Instruments organisierte das Unternehmen interne Schulungen für Schlüsselmitarbeiter zu den Methoden der Grundursachenanalyse.
Die Referentin hebt mehrere wesentliche Vorteile der detaillierten Arbeit mit Grundursachen hervor:
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