Die Integration von Arbeitsschutzfragen in das allgemeine Geschäftssystem eines Unternehmens ist ein natürlicher Schritt in der Entwicklung der Produktionskultur. Nikolai Denisov, Direktor für die Entwicklung des Geschäftssystems bei „Kemerovo Azot“, teilt praktische Erfahrungen bei der Einführung des Instruments „Sicherer Arbeitsplatz“ (BRP). Dieser Ansatz ermöglicht es nicht nur, die Einhaltung von Normen zu kontrollieren, sondern auch das Personal auf allen Ebenen in den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen einzubeziehen.
In dem Vortrag wird der Weg von Pilotprojekten bis zur Skalierung auf alle strukturellen Abteilungen des Werks detailliert betrachtet. Der Sprecher zeigt an einem Beispiel, wie sich das Instrument entwickelt hat und sich an die realen Bedürfnisse der Produktion und das Feedback der Mitarbeiter anpasste.
Der Einführungsprozess des BRP basiert auf einer klaren Methodik, die einen systematischen Ansatz zur Bewertung und Verbesserung von Arbeitsplätzen gewährleistet:
Der Sprecher erläutert, wie sich die ursprüngliche Checkliste mit vier Punkten in ein umfassendes Bewertungsinstrument verwandelt hat. Ursprünglich umfasste das Radar Informationsbereitstellung, Schulung, Brandschutz und die Behebung von Abweichungen. Die Praxis zeigte jedoch die Notwendigkeit, die Kriterien zu erweitern.
Bis Ende 2023 deckte das Radar bereits acht Bereiche ab, darunter die Instandhaltung des Geländes, der Sozialräume, Ökologie und die Sicherheit von Be- und Entladearbeiten. Ein wichtiger Schritt war die Hinzufügung eines Blocks zur elektrischen Sicherheit im Frühjahr 2024, was eine Reaktion auf das Feedback der Abteilungsleiter war. Dabei haben alle Punkte des Radars das gleiche Gewicht, was die Möglichkeit ausschließt, hohe Werte nur durch die Umsetzung „teurer“ Maßnahmen formell zu erreichen.
Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg des BRP war der Paradigmenwechsel in der Interaktion zwischen Produktion, HSE-Abteilung und der Direktion für die Entwicklung des Geschäftssystems. Alle Rundgänge werden ausschließlich kommissionsweise unter Beteiligung von Vertretern aller drei Seiten durchgeführt. Maßnahmenpläne werden gemeinsam entwickelt, was ihre Realisierbarkeit und Umsetzbarkeit gewährleistet.
Eine grundlegende Entscheidung ist der Verzicht auf die Ausstellung von Anordnungen aufgrund der Ergebnisse der BRP-Rundgänge. Festgestellte Abweichungen werden als Anmerkungen erfasst, für die ein Behebungsplan entwickelt wird. Dies verringert den Widerstand des Personals und verlagert den Fokus von der Suche nach Schuldigen auf die Lösung von Problemen.
Um die Transparenz des Prozesses zu gewährleisten, wurde auf dem Unternehmensportal eine BRP-Seite eingerichtet, auf der jeder Mitarbeiter den Status jedes Bereichs und die Ergebnisse der letzten Rundgänge einsehen kann. Derzeit wird ein Pilotprojekt zur Integration des BRP in ein elektronisches Rundgangsystem unter Verwendung von Mobilgeräten und NFC-Tags durchgeführt, was die Automatisierung der Erfassung von Anmerkungen und die Kontrolle ihrer Behebung ermöglichen wird.
Ein wichtiges Element des Systems sind die vierteljährlichen Kommissionsrundgänge unter Beteiligung des Top-Managements, einschließlich des Generaldirektors. Dies demonstriert das Engagement der Führung für Sicherheitsfragen und motiviert das Personal, die erreichten Ergebnisse aufrechtzuerhalten.
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