Entwicklung der Sicherheitskultur in der Produktion. Wie schult man das Bewusstsein der Mitarbeiter?

Fallstudie
31 Mai 2022 🇷🇺 Originalsprache: русский

Von formalen Anweisungen zu bewusster Sicherheit

Die Transformation der Einstellung zum Arbeitsschutz in modernen Unternehmen erfordert den Übergang von direktivem Management zur Schaffung einer nachhaltigen Sicherheitskultur. Wenn die Einhaltung von Regeln nicht nur eine Vorschrift, sondern ein inneres Bedürfnis jedes Mitarbeiters wird, erreicht das Unternehmen eine echte Senkung der Unfallzahlen. In diesem Webinar erläutert Pavel Mitrokhin, Leiter der HSE-Abteilung bei Oriflame (Fabrik Cetes Cosmetics), detailliert die praktischen Schritte zur Einbindung des Personals in Fragen der Arbeitssicherheit.

Schlüsselelemente der Sicherheitskultur

Der Vortrag betont, dass eine erfolgreiche Strategie auf zwei gleichwertigen Elementen basiert: dem handlungsbezogenen (Fachwissen und Fähigkeiten) und dem persönlichen (innere Werte und Motive). Wenn ein Mitarbeiter über die erforderliche Qualifikation verfügt, seine persönlichen Überzeugungen jedoch von den Prinzipien des sicheren Arbeitens abweichen, versagt das System. Der Referent zeigt am Beispiel seines Unternehmens, wie wichtig es ist, Sicherheit zu einer echten und nicht nur deklarierten Priorität zu machen, indem die Worte des Managements durch konkrete Maßnahmen und Investitionen in die Verbesserung der Arbeitsbedingungen untermauert werden.

Mitarbeitermotivation: Ein Gleichgewicht der Anreize

Um die Verhaltensmuster der Mitarbeiter zu ändern, wird eine Kombination aus zwei Arten von Motivation eingesetzt: „hin zu“ (Streben nach einem positiven Ergebnis) und „weg von“ (Vermeidung negativer Konsequenzen).

  • Materielle und immaterielle „Hin-zu“-Motivation: Umfasst Prämien für das Erreichen von Sicherheitskennzahlen sowie die Teilnahme an Firmenveranstaltungen (Workshops, Ausflüge in die Natur, informelle Treffen mit dem Management). Dies schafft eine positive Assoziation mit der Einhaltung von HSE-Regeln.
  • „Weg-von“-Motivation: Zielt darauf ab, die Praxis des Verschweigens von Vorfällen (Near-Miss) auszumerzen. Wenn ein Mitarbeiter eine Mikroverletzung oder eine gefährliche Situation verheimlicht, werden Disziplinarmaßnahmen ergriffen. Im Gegensatz dazu wird die rechtzeitige Meldung von Risiken belohnt.

Evolution der Sicherheitsaudits

Der Referent analysiert die Praxis der dreistufigen Kontrolle. In den Anfangsphasen der Einführung tritt oft das Problem eines formalen Ansatzes auf der ersten Stufe auf, wenn Linienmanager tatsächliche Verstöße nicht erfassen. Die Lösung besteht in der gemeinsamen Durchführung von Inspektionen durch HSE-Spezialisten und Abteilungsleiter, bis die Fähigkeit zur Risikoerkennung gefestigt ist.

Besondere Aufmerksamkeit wird Remote-Audits unter Verwendung von Videokommunikation gewidmet. Trotz der offensichtlichen Ressourceneinsparung erfordert dieses Format erhöhte Aufmerksamkeit, da durch die Kamera leicht verborgene Gerätedefekte, wie z. B. lockere Regalbefestigungen, übersehen werden können.

Sozialer Dialog als Instrument für Verbesserungen

Eine Sicherheitskultur ist ohne funktionierende Feedback-Kanäle unmöglich. Das Unternehmen hat mehrere Instrumente zur Sammlung von Initiativen implementiert: regelmäßige Sitzungen der Arbeitsschutzausschüsse, anonyme „rote Briefkästen“ für Vorschläge und jährliche Umfragen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die obligatorische Reaktion auf jede Anfrage: Auch wenn ein Vorschlag nicht sofort umgesetzt werden kann, muss der Mitarbeiter eine begründete Antwort erhalten.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie man den formalen Ansatz von Linienmanagern bei der Durchführung der ersten Kontrollstufe überwindet?
  • Welche Formate der immateriellen Motivation zeigen die höchste Wirksamkeit in der Produktionsstätte?
  • Wie organisiert man die Sammlung von Informationen über Mikroverletzungen und gefährliche Situationen (Near-Miss), ohne auf Widerstand der Belegschaft zu stoßen?
  • Was sind die Hauptrisiken von Remote-Sicherheitsaudits und wie können diese minimiert werden?
  • Wie geht man vor, wenn erfahrene Mitarbeiter oder Führungskräfte neue HSE-Anforderungen offen sabotieren?
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