Von Chaos zu Ruhe. Wie strukturiert man die Arbeit einer Führungskraft im HSE-Bereich?

Fallstudie
20 August 2024 🇷🇺 Originalsprache: русский

Vom Chaos zum System: Wie man die Arbeit einer Führungskraft im HSE-Bereich strukturiert

Die tägliche Routine einer Führungskraft verwandelt sich aufgrund der Fülle an ungeplanten Aufgaben oft in Chaos. Je nach Managementebene kann der Anteil an nicht standardisierter Arbeit bis zu 80 % betragen. Unter diesen Bedingungen erfordert die Gewährleistung der Sicherheit einen systematischen Ansatz, der nicht als zusätzliche Belastung empfunden wird, sondern zu einem natürlichen Teil des Produktionsprozesses wird. Irina Kosukhina, Senior Internal HSE Trainer bei Lebedinsky GOK (Unternehmen „Metalloinvest“), teilt praktische Erfahrungen bei der Einführung eines Arbeitsstandards für Führungskräfte im HSE-Bereich, der hilft, diese Tätigkeit zu strukturieren.

Arbeitsstandard für Führungskräfte: Fokus auf Linienrundgänge

Der Standard führt keine neuen Pflichten ein, sondern beschreibt, wie alltägliche Aufgaben zur Verbesserung der Sicherheitskultur effektiv ausgeführt werden können. In der Präsentation wird eine der Schlüsselpraktiken des Standards detailliert betrachtet – der Linienrundgang. Im Gegensatz zu traditionellen Inspektionen besteht das Ziel eines modernen Linienrundgangs nicht darin, Übertreter zu finden, sondern Verbesserungsmöglichkeiten aufzudecken und den Mitarbeitern zu helfen.

Die Sprecherin analysiert, wie sich der Fokus des Rundgangs beim Übergang von einer reaktiven zu einer systematischen Sicherheitskultur verändert. Auf der Systemebene ist der Mitarbeiter nicht länger ein Kontrollobjekt, sondern wird zu einem gleichberechtigten Teilnehmer am Sicherheitsprozess. Die wichtigste Frage, mit der ein Rundgang beginnen sollte, lautet: „Wie kann ich helfen?“

Regeln für einen effektiven Linienrundgang

Damit der Linienrundgang einen echten Nutzen bringt und nicht zu einer Formalität wird, müssen einige Regeln beachtet werden:

  • Regelmäßigkeit und Dauer: Die Häufigkeit hängt von der Führungsebene ab (von wöchentlich für das Top-Management bis zu jeder Schicht für Linienmanager). Die optimale Dauer beträgt 1 bis 4 Stunden.
  • Vorbereitung: Vor dem Betreten des Bereichs ist es wichtig, Informationen aus früheren Rundgängen und Schichtübergabeprotokollen zu studieren und 2-3 vorrangige Schwerpunkte auszuwählen.
  • Kommunikation: Die Kommunikation sollte nach dem 80/20-Prinzip aufgebaut sein: 80 % der Zeit spricht der Mitarbeiter, 20 % die Führungskraft. Es ist wichtig, offene Fragen zu stellen und formale „Ja/Nein“-Antworten zu vermeiden.
  • Persönliches Vorbild: Die Führungskraft ist verpflichtet, ihr Engagement für die Sicherheitsregeln zu demonstrieren, indem sie die PSA richtig verwendet und alle Anforderungen im Bereich einhält.

Die Kunst des Feedbacks

Ein Schlüsselelement des Linienrundgangs ist qualitatives Feedback. Die Sprecherin zeigt an einem Beispiel, wie man den Dialog mit den Mitarbeitern richtig aufbaut. Feedback sollte spezifisch, ausgewogen (Lob und Kritik kombinierend), konstruktiv und rechtzeitig sein. Es ist wichtig, konkrete Handlungen und Situationen zu besprechen und nicht persönlich zu werden.

Es werden zwei Arten von Feedback unterschieden: unterstützendes (zur Festigung sicheren Verhaltens) und korrigierendes (zur Änderung unsicherer Handlungen). Das Ziel der Führungskraft ist es, ein Mentor und kein Richter zu sein und dem Mitarbeiter zu helfen, Risiken zu erkennen und seine Einstellung zur Sicherheit zu ändern.

Ergebnisse der Einführung der Praxis

Die Einführung des Arbeitsstandards für Führungskräfte und der Praxis der Linienrundgänge ermöglichte es dem Unternehmen „Metalloinvest“, von einer reaktiven zu einer systematischen Stufe der Sicherheitskultur überzugehen. Das Engagement des Personals stieg, das Risikomanagement verbesserte sich und die Arbeitsausführung wurde sicherer. Der Prozess der Sicherheitsgewährleistung wurde zu einer gemeinsamen Aufgabe, in die alle Mitarbeiter des Unternehmens einbezogen sind.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie man sich richtig auf einen Linienrundgang vorbereitet und den Schwerpunkt wählt?
  • Wie viel Zeit sollte eine Führungskraft je nach Position für Linienrundgänge aufwenden?
  • Wie baut man einen effektiven Dialog mit dem Mitarbeiter auf und gibt konstruktives Feedback?
  • Wie verhält man sich bei der Feststellung von Verstößen, um das Verhalten des Mitarbeiters zu ändern und ihn nicht nur zu bestrafen?
  • Welche Werkzeuge helfen, die erkannten Risiken und Abweichungen zu erfassen und deren Beseitigung zu kontrollieren?
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