Die Entwicklung der Automobilproduktion führt unweigerlich zu komplexeren technologischen Prozessen und einem Anstieg der Mitarbeiterzahlen. Der Übergang von der Baugruppen- zur Einzelteilmontage im Werk „Moskwitsch“ (ehemals Renault) deckte ein kritisches Problem auf: Standardmäßige Einführungs- und Erstunterweisungen reichten nicht aus, um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Der Referent erläutert, wie der Anstieg der Unfallquote und die Vertuschung von Unfällen zum Katalysator für eine tiefgreifende Analyse von Vorfällen und die Überarbeitung des gesamten HSE-Systems im Unternehmen wurden.
Eine tiefgreifende Analyse der Unfallquote zeigte, dass die meisten Vorfälle auf ein mangelndes Verständnis für die Wichtigkeit der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und Verstöße gegen grundlegende Sicherheitsregeln zurückzuführen sind. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Prozess der Dokumentenüberarbeitung: von Verfahren bis hin zu spezifischen HSE-Anweisungen. Ein wichtiger Schritt war die Erkenntnis, dass Mitarbeiterermüdung, versteckte Krankheiten und das Ignorieren von Gerätedefekten (z. B. die provisorische Befestigung von Teilen mit Malerband) das Sicherheitsniveau direkt beeinflussen.
Um die festgestellten Probleme zu lösen, wurde 2008 eine interne „Sicherheitsschule“ gegründet. Die Schulung basiert auf 10 Schlüsselregeln, die die kritischsten Aspekte der Produktion abdecken: elektrische Sicherheit, Arbeit mit Roboterzellen (LOTO-System), Interaktion zwischen Gabelstaplerfahrern und Fußgängern, Bedienung von Hebezeugen, Umgang mit Chemikalien, Einsatz von PSA, Ergonomie und das Notfallreaktionssystem. Der Referent zeigt beispielhaft, wie praktische Stände den Mitarbeitern helfen, Risiken zu erkennen: vom toten Winkel eines Gabelstaplers bis zur Wichtigkeit spezieller Schweißerhandschuhe.
Die Schulung in der „Sicherheitsschule“ dauert etwa zwei Stunden und umfasst einen theoretischen Teil, praktische Übungen an neun Trainingsständen und einen abschließenden Test. Wichtig ist, dass sich die Schule ständig weiterentwickelt: Ursprünglich aus vorhandenen Materialien in der Werkstatt aufgebaut, befindet sie sich heute in komfortablen Büroräumen und ist für alle Mitarbeiter, einschließlich des Büropersonals, zugänglich. Die Unterstützung der Sicherheitskultur erfolgt durch regelmäßige Audits (Safety Gemba), das Programm „Stop-Risk“, das es den Fließbandarbeitern ermöglicht, Gefahren selbstständig zu erkennen und zu beseitigen, sowie ein System zur schnellen Meldung von Vorfällen.
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