Der Übergang zum Konzept der Null-Unfälle scheitert oft an der harten Produktionsrealität: Deklarative Ziele funktionieren nicht, wenn das Motivationssystem das Verbergen von Vorfällen belohnt. Im Rahmen des Webinars analysiert die Referentin Ekaterina Rogova am Beispiel des Unternehmens „Metalloinvest“ den Transformationsprozess der Zielsetzung im Bereich HSE. Der Vortrag zeigt detailliert, wie die Abkehr von formalen Slogans zugunsten eines adaptiven Leistungsmanagementsystems es ermöglichte, die Situation bei schweren Verletzungen umzukehren.
Die Referentin zeigt am Beispiel ihres Unternehmens, dass das Erreichen des „Ziels Null“ nicht auf einmal möglich ist. Nach einer Reihe schwerer Vorfälle im Jahr 2020 wurde der Fokus auf die konsequente Beseitigung von Risiken verlagert. In der ersten Phase führte das Unternehmen strenge KPIs für Führungskräfte in Schlüsselbereichen ein: Gas- und Transportsicherheit sowie Fremdfirmenmanagement. Dies ermöglichte es, tödliche Gruppenunfälle auszuschließen.
Erst nach der Stabilisierung der Basisprozesse wurden proaktive Indikatoren in das Zielsetzungssystem integriert. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Übergangsmechanismus: von der Aufnahme von Veränderungsprogrammen in die operativen Ziele bis hin zur Belohnung von Führungskräften, die die Weigerung von Mitarbeitern, unsichere Arbeiten auszuführen, akzeptieren.
Sicherheit lässt sich nicht ausschließlich vom Schreibtisch aus aufbauen. Die Referentin analysiert das Konzept der Verantwortungsteilung und der schrittweisen Kulturbildung:
Besondere Aufmerksamkeit wird im Bericht der Integration von HSE-Zielen in angrenzende Abteilungen gewidmet. Die Referentin weist darauf hin, dass Sicherheit von der Arbeit der HR-, IT- und PR-Abteilungen abhängt. Beispielsweise ermöglichte eine Änderung des Rollenmodells der PR-Abteilung den Übergang zu einer offenen Berichterstattung über Unfälle in den Unternehmensmedien: von der Beschreibung der bloßen Tatsache bis zur Veröffentlichung der gewonnenen Erkenntnisse und ergriffenen Maßnahmen. Dies hat das Vertrauen der Mitarbeiter in das System drastisch erhöht.
Um Produktionsleiter einzubeziehen, wurde die Taktik der schrittweisen Einführung angewendet: Zunächst wurden Projektaufgaben (z. B. die Abdeckung von Sektoren mit der „Risikojagd“) als inoffizielle Ziele außerhalb des Haupt-KPI-Perimeters festgelegt. Nachdem die Führungskräfte das Instrument beherrschten und seinen Wert verstanden hatten, wurde der Indikator in den offiziellen Status erhoben.
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