Von formalen Listen zum lebendigen Risikomanagement
Der traditionelle Ansatz zum Risikomanagement beschränkt sich oft auf die formale Aktualisierung von Gefahrenlisten einmal im Jahr. Dies liefert kein reales Bild an den Arbeitsplätzen und ermöglicht keine effektive Vermeidung von Vorfällen. In seinem Vortrag erläutert Andrey Silantyev, Leiter der Abteilung für Arbeitssicherheit bei AIM Management, wie man von einer „Papier“-Sicherheit zu einem funktionierenden System für das Management kritischer Risiken durch den Barriereansatz übergeht.
Zwei Ebenen des Risikomanagements
Der Sprecher schlägt vor, das Risikomanagementsystem als ein Modell zu betrachten, das aus zwei miteinander verbundenen Teilen besteht:
- Langfristiges Management: Aufbau eines Jahreszyklus, Arbeit von Risikokomitees und Erstellung eines risikoorientierten Budgets. Dies ermöglicht die Planung von Zielprogrammen für mehrere Jahre im Voraus und das Verständnis dafür, wo Mittel zur Risikominderung investiert werden.
- Operatives Management: Dynamische Identifizierung von Risiken während der Produktionskontrolle. Alle Informationen sollten in eine einheitliche Informationsumgebung fließen (ohne Verwendung von Excel oder Word), was die Arbeit an der Basis der „Unfallpyramide“ ermöglicht – potenziell gefährliche Situationen, bevor sie eintreten.
Integration der Barrierekontrolle in den Produktionsprozess
Eine der größten Herausforderungen besteht darin, die Barrierekontrolle in die tägliche Arbeit zu integrieren, ohne unnötigen bürokratischen Aufwand zu verursachen. Der Vortrag behandelt detailliert einen Algorithmus aus vier Schritten:
- Formalisierung von Top-Risiken: Eine Arbeitsgruppe definiert die Hauptrisiken (mit der höchsten Bewertung in der Matrix) und entwickelt verständliche Checklisten mit den erforderlichen Barrieren.
- Verteilung von Verantwortlichkeiten: Zuweisung spezifischer Risiken und der Häufigkeit ihrer Überprüfung im Rahmen von Linienrundgängen an jede Führungsebene (erste und zweite Kontrollebene).
- Bewertung der Barrierewirksamkeit: Direkte Durchführung von Rundgängen mit Ausfüllen von Checklisten. Um den Aufwand für die Dateneingabe zu reduzieren, wird die Verwendung mobiler Geräte empfohlen.
- Datenanalyse: Schließen des PDCA-Zyklus durch die Analyse der Ergebnisse durch die Abteilungsleiter, was die Transparenz des Systems für das Unternehmen gewährleistet.
Motivation und Engagement
Der Sprecher zeigt an einem Beispiel, dass eine erfolgreiche Transformation ohne eine Änderung des Motivationssystems unmöglich ist. Es muss in zwei Richtungen aufgebaut werden: wie der Manager Hauptrisiken steuert (bewertet wird das Delta zwischen der Selbsteinschätzung der Abteilung und der Bewertung durch die Produktionskontrolle) und wie die Risikomanagement-Methodik selbst in der Abteilung eingehalten wird.
Was Sie in diesem Webinar lernen werden:
- Wie verknüpft man die Risikobewertung mit der Budgetkampagne des Unternehmens?
- Wie transformiert man formale Instrumente in eine wirklich funktionierende Risikobewertung von Verhalten und Arbeitsbereich?
- Wie integriert man die Barrierekontrolle kritischer Risiken in die täglichen Linienrundgänge von Führungskräften?
- Wie baut man ein Motivationssystem auf, das die Identifizierung von Risiken fördert und nicht deren Verheimlichung?
- Welche digitalen Lösungen (einschließlich Videoüberwachung und maschinelles Sehen) helfen beim operativen Risikomanagement?