Unter den heutigen Bedingungen, in denen das Niveau von Angst und Stress in der Gesellschaft deutlich gestiegen ist, werden Fragen des psychologischen Wohlbefindens der Mitarbeiter zu einem integralen Bestandteil des HSE-Systems. Tatiana Borisova, regionale Leiterin für HSE und Business Continuity bei Novartis, teilt Best Practices bei der Einführung von psychologischen Hilfsprogrammen. In ihrem Vortrag geht die Referentin detailliert darauf ein, wie sich der emotionale Zustand direkt auf die Aufmerksamkeit, die Teamarbeit und folglich auf die Arbeitssicherheit auswirkt.
Die Referentin analysiert die Folgen des Post-COVID-Syndroms und des allgemeinen Anstiegs des Angstniveaus. Mitarbeiter leiden zunehmend unter chronischer Müdigkeit, Gedächtnisproblemen und verminderter Konzentration. Dies führt zu einer Zunahme von Fehlern und unsicherem Verhalten am Arbeitsplatz. Tatiana zeigt an einem Beispiel, wie eine verringerte kognitive Flexibilität die Mitarbeiter daran hindert, Risiken rechtzeitig zu erkennen, was direkt zu einem Anstieg von Verletzungen führt, selbst unter scheinbar sicheren Bedingungen.
Eine der wichtigsten Initiativen, die bei Novartis eingeführt wurden, ist das Schulungsprogramm für psychologische Erste Hilfe (Mental Health First Aid). Im Gegensatz zur standardmäßigen Ersten Hilfe, die bei physischen Verletzungen angewendet wird, lehrt dieses Programm, emotionale Probleme von Kollegen zu erkennen. Was getan wurde: Die Mitarbeiter werden in aktivem Zuhören und Methoden der emotionalen Unterstützung geschult. Warum das wichtig ist: Die rechtzeitige Erkennung von Stress hilft, Burnout und Leistungseinbußen zu verhindern. Wie es in der Praxis funktioniert: Geschulte Botschafter helfen Kollegen, Schwierigkeiten zu bewältigen, oder verweisen sie an professionelle Hilfe.
Um nachhaltige Fähigkeiten der psychologischen Widerstandsfähigkeit aufzubauen, nutzt das Unternehmen langfristige Formate: Marathons und Gruppen-Coaching-Sitzungen. Was angeboten wird: 4-5-wöchige Marathons, die auf Achtsamkeit und selbstständige Stressbewältigung abzielen. Warum das wichtig ist: Im Gegensatz zu einmaligen Schulungen schaffen Marathons die Gewohnheit, sich um die eigene psychische Gesundheit zu kümmern. Wie es funktioniert: Die Teilnehmer lernen, ihre Emotionen zu verstehen, innere Stützen zu finden und Entspannungstechniken anzuwenden, was letztendlich das Angstniveau senkt und die Gesamteffizienz erhöht.
In dem Vortrag werden spezifische Techniken zum Umgang mit Stress und Angst detailliert behandelt, die täglich angewendet werden können. Die Referentin schlägt Methoden zur Beendigung des Stresszyklus vor, wie progressive Muskelentspannung, Atemübungen und körperliche Aktivität. Außerdem wird die «STOPP»-Technik vorgestellt, um aufdringliche negative Gedanken zu stoppen. Diese einfachen, aber effektiven Werkzeuge helfen den Mitarbeitern, die Konzentration schnell wiederzuerlangen und die Leistungsfähigkeit in schwierigen Situationen aufrechtzuerhalten.
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