Das Risikomanagement in der Produktion erfordert nicht nur die Erfassung von Verstößen, sondern einen systematischen Ansatz zu deren Vermeidung. In der Kohleindustrie, wo der Preis für Fehler besonders hoch ist, müssen traditionelle Kontrollmethoden oft durch praktische Instrumente verstärkt werden. In ihrem Vortrag analysiert Olga Emelyanenko, Projektmanagerin der Abteilung für die Entwicklung von HSE-Managementsystemen bei SUEK-Kuzbass, detailliert die Methodik für den Umgang mit gefährlichen Produktionssituationen (GPS), die im Unternehmen seit sieben Jahren erfolgreich angewendet wird.
Die Referentin zeigt an einem Beispiel, dass eine Verletzung kein Zufall ist, sondern das logische Ergebnis eines unerkannten oder außer Kontrolle geratenen Gefahrenfaktors. Zufällig sind nur Zeit, Ort und die Personen, die sich in der Entwicklungszone der GPS befinden. Genau deshalb verlagert sich der Fokus von der Untersuchung der Folgen auf die proaktive Erkennung und Beseitigung von Bedrohungen.
Eine gefährliche Produktionssituation (GPS) ist eine Kombination von Faktoren, die zu einem negativen Ereignis führen können. Die Referentin analysiert drei Entwicklungsstadien einer GPS:
Der Vortrag beleuchtet detailliert den Arbeitszyklus mit GPS, der mehrere Schlüsseletappen umfasst:
Während der Anwendung der Methodik in den Betrieben des Unternehmens wurden etwa 8000 gefährliche Produktionssituationen erkannt und beseitigt. Die Referentin stellt fest, dass dieser Ansatz es ermöglicht, sich nicht in Hunderten von abstrakten Risiken zu «verzetteln», sondern drängende Probleme zu lösen und echte Verbesserungen aufzuzeigen.
Die Einbeziehung des Produktionspersonals in den Prozess der GPS-Erkennung erhöht die allgemeine Sicherheitskultur. Die Mitarbeiter sehen konkrete Ergebnisse ihrer Gefahrenmeldungen, was sie zur weiteren Teilnahme motiviert. Darüber hinaus sind die Kosten für die Erkennung und Beseitigung von GPS unverhältnismäßig geringer als die Verluste durch Ausfallzeiten, Unfälle und Reputationsschäden.
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