Risikomanagementmethoden sind vielfältig – Erkennung und Beseitigung gefährlicher Produktionssituationen

Fallstudie
11 November 2025 🇷🇺 Originalsprache: русский

Von der Erkennung zur Beseitigung: Wie der Umgang mit gefährlichen Produktionssituationen die Sicherheitskultur verändert

Das Risikomanagement in der Produktion erfordert nicht nur die Erfassung von Verstößen, sondern einen systematischen Ansatz zu deren Vermeidung. In der Kohleindustrie, wo der Preis für Fehler besonders hoch ist, müssen traditionelle Kontrollmethoden oft durch praktische Instrumente verstärkt werden. In ihrem Vortrag analysiert Olga Emelyanenko, Projektmanagerin der Abteilung für die Entwicklung von HSE-Managementsystemen bei SUEK-Kuzbass, detailliert die Methodik für den Umgang mit gefährlichen Produktionssituationen (GPS), die im Unternehmen seit sieben Jahren erfolgreich angewendet wird.

Die Referentin zeigt an einem Beispiel, dass eine Verletzung kein Zufall ist, sondern das logische Ergebnis eines unerkannten oder außer Kontrolle geratenen Gefahrenfaktors. Zufällig sind nur Zeit, Ort und die Personen, die sich in der Entwicklungszone der GPS befinden. Genau deshalb verlagert sich der Fokus von der Untersuchung der Folgen auf die proaktive Erkennung und Beseitigung von Bedrohungen.

Was sind GPS und wie geht man damit um?

Eine gefährliche Produktionssituation (GPS) ist eine Kombination von Faktoren, die zu einem negativen Ereignis führen können. Die Referentin analysiert drei Entwicklungsstadien einer GPS:

  • Entstehung: Das Auftreten einer potenziellen Bedrohung (z. B. die unorganisierte Lagerung von demontierter Ausrüstung). In dieser Phase ist es wichtig, das Problem zu erfassen, bevor es den Arbeitsprozess stört.
  • Entwicklung: Das Anwachsen der Bedrohung, wenn die Wahrscheinlichkeit eines Vorfalls steigt. Hier ist ein schnelles Eingreifen und die Festlegung von Verantwortlichkeiten zur Beseitigung erforderlich.
  • Realisierung: Der Moment, in dem die Bedrohung zu einem tatsächlichen Vorfall oder einer Verletzung wird. Das Ziel der Methodik ist es, zu verhindern, dass die Situation dieses Stadium erreicht.

Algorithmus zur Erkennung und Kontrolle

Der Vortrag beleuchtet detailliert den Arbeitszyklus mit GPS, der mehrere Schlüsseletappen umfasst:

  • Erkennung: Erfolgt an den Arbeitsplätzen, bei internen Audits, der Analyse von Vorschriften und Unfällen. Eine Schlüsselrolle spielt das Produktionspersonal, das sich direkt im Arbeitsbereich befindet.
  • Registrierung und Planung: Die erkannten GPS werden in ein zentrales Register eingetragen. Es werden Maßnahmen zur Beseitigung entwickelt, die bei der Planung von Produktionsprogrammen berücksichtigt werden.
  • Kontrolle und Berichterstattung: Das System umfasst tägliche operative Berichte, wöchentliche Konferenzen und eine monatliche Planung. Dies gewährleistet eine kontinuierliche Überwachung des Status jeder Situation von der Erkennung bis zur vollständigen Beseitigung.

Ergebnisse der Implementierung und Anpassung der Methodik

Während der Anwendung der Methodik in den Betrieben des Unternehmens wurden etwa 8000 gefährliche Produktionssituationen erkannt und beseitigt. Die Referentin stellt fest, dass dieser Ansatz es ermöglicht, sich nicht in Hunderten von abstrakten Risiken zu «verzetteln», sondern drängende Probleme zu lösen und echte Verbesserungen aufzuzeigen.

Die Einbeziehung des Produktionspersonals in den Prozess der GPS-Erkennung erhöht die allgemeine Sicherheitskultur. Die Mitarbeiter sehen konkrete Ergebnisse ihrer Gefahrenmeldungen, was sie zur weiteren Teilnahme motiviert. Darüber hinaus sind die Kosten für die Erkennung und Beseitigung von GPS unverhältnismäßig geringer als die Verluste durch Ausfallzeiten, Unfälle und Reputationsschäden.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie klassifiziert man die Stadien einer gefährlichen Produktionssituation richtig?
  • Wie bindet man das Produktionspersonal in den Prozess der GPS-Erkennung ein?
  • Wie integriert man den Umgang mit GPS in ein bestehendes Risikomanagementsystem?
  • Wie baut man einen effektiven Kontrollzyklus von der Erkennung bis zur Beseitigung der Bedrohung auf?
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