Die Einführung proaktiver Instrumente für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSE) ist nur der erste Schritt auf dem Weg zu null Unfällen. Der wahre Wert dieser Instrumente zeigt sich erst bei ihrer korrekten Anwendung und der regelmäßigen Bewertung ihrer Wirksamkeit. Bei PJSC NLMK wurde ein groß angelegtes Projekt zur gleichzeitigen Einführung von Instrumenten wie Sicherheitskontakten, Verhaltensdialogen, der Registrierung gefährlicher Handlungen und Bedingungen sowie der Untersuchung von Beinaheunfällen umgesetzt. Elena Zelentsova, Projektmanagerin für die Entwicklung von Schulungsprogrammen in der HSE-Direktion von PJSC NLMK, teilt die Erfahrungen des Unternehmens bei der Bewertung, wie gut sich diese Instrumente in der Praxis etabliert haben und welchen tatsächlichen Effekt sie bringen.
Der Prozess der Einführung von HSE-Instrumenten bei NLMK umfasste die Vorbereitung methodischer Materialien, die Schulung der Arbeitsschutzfunktion, die Ausbildung interner Trainer (bestehend zur Hälfte aus HSE-Spezialisten und zur Hälfte aus Linienmanagern), Mentoring-Praktiken und die direkte Implementierung an den Standorten. Parallel dazu erfolgte die methodische Unterstützung durch das Projektbüro. Der entscheidende Schritt war jedoch die rechtzeitige Bewertung der Wirksamkeit der Implementierung. Die Referentin betont, dass das Ziel der Bewertung nicht darin besteht, Abweichungen aufzudecken oder zu bestrafen, sondern die Mitarbeiter zu inspirieren, die erzielten Ergebnisse aufzuzeigen, einen direkten Dialog mit den Methodologen zu ermöglichen und sich abzustimmen, um zu verstehen, wie der Prozess vor Ort wahrgenommen wird.
Die Wirksamkeitsbewertung bei NLMK basiert auf vier Bereichen:
Die Bewertung wird sowohl vom Standort selbst (vierteljährlich) als auch von einem externen Team (jährlich) durchgeführt. An den Interviews nehmen vom Generaldirektor bis zu den Arbeitern teil (5-10% der Belegschaft).
Die Grundlage für die Bewertung bilden die im Unternehmen genehmigten Verfahren und Methoden. Die Checklisten enthalten spezifische Kriterien mit einem dreistufigen Bewertungssystem (0, 0,5, 1 Punkt), wobei einige kritische Punkte stärker gewichtet werden. Beispielsweise wird ein hoher Prozentsatz der Mitarbeiterbeteiligung bei der Meldung von Gefahren höher bewertet. In der Präsentation wird der Prozess der Erstellung einer Roadmap für die Bewertung, die Berechnung der erforderlichen Anzahl von Befragten und die Arbeitsbelastung der Auditoren detailliert betrachtet. Ein wichtiges Element ist die Einbeziehung junger Spezialisten von anderen Standorten zum Erfahrungsaustausch und zur Kompetenzsteigerung.
Die Ergebnisse der Bewertung werden mit der Standortleitung besprochen, woraufhin ein Maßnahmenplan (nach SMART) zur Beseitigung der identifizierten Wachstumsbereiche erstellt wird. Die Referentin zeigt an einem Beispiel, wie detailliert die Ergebnisse präsentiert werden: vom Implementierungsgrad für jedes Instrument bis hin zu konkreten Empfehlungen. Der Effekt der Implementierung und Bewertung ist beeindruckend: Über 350 Trainer wurden ausgebildet, mehr als 6000 Führungskräfte geschult, über 530.000 gefährliche Ereignisse identifiziert (98% behoben). Dies führte zu einer Senkung der Gesamtunfallrate in der Gruppe um 22% im Jahr 2021 und um 29% in den ersten 7 Monaten des Jahres 2022. Besonders deutlich ist der Rückgang von Verletzungen im Zusammenhang mit beweglichen Maschinenteilen (um 40%).
Elena Zelentsova hebt mehrere Vorteile der Durchführung der Bewertung durch ein eigenes Team im Vergleich zur Einbeziehung externer Auditoren hervor:
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