Integriertes HSE-Managementsystem. Digitalisierung von Prozessen und IT-Perspektiven im HSE-Bereich

Fallstudie
30 Juni 2021 🇷🇺 Originalsprache: русский

Von Papierprotokollen zu einem einheitlichen digitalen Ökosystem

Die Digitalisierung im HSE-Bereich ist längst kein bloßer Modetrend mehr, sondern eine lebenswichtige Notwendigkeit für große Produktionsunternehmen. Der Übergang von isolierten Papierberichten zu einem einheitlichen Informationsraum ermöglicht nicht nur die Einsparung administrativer Ressourcen, sondern auch die proaktive Vermeidung von Unfällen. Der Vortrag beleuchtet detailliert die Erfahrungen der nationalen Gesellschaft "Kasachische Eisenbahnen" (KTZ), der es in nur einem Jahr gelungen ist, die Kernprozesse der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes zu digitalisieren.

Galina Astapenko, Hauptmanagerin der Abteilung für Arbeitssicherheit und Umweltschutz, zeigt am Beispiel einer riesigen Struktur mit 120.000 Mitarbeitern, wie die Einführung von IT-Lösungen die Sicherheitskultur vor Ort verändert. Das entwickelte Projekt fand internationale Anerkennung und belegte den zweiten Platz bei den UIC Digital Awards 2020 des Internationalen Eisenbahnverbandes.

Mobiler Assistent und verhaltensbasierte Sicherheitsdialoge

Die Grundlage der digitalen Transformation war die Abkehr von komplexer Bürokratie bei der Erfassung von Verstößen. Die Referentin erläutert die Funktionsweise der unternehmenseigenen mobilen App, die sich zu einem Taschenassistenten für das operative Personal entwickelt hat.

  • Was getan wurde: Es wurde ein System zur schnellen Erfassung von gefährlichen Bedingungen, Handlungen und Beinaheunfällen (Near Misses) per Smartphone implementiert.
  • Warum das wichtig ist: Früher mussten für die Dokumentation einer einzigen Beobachtung zwei Blatt Papier ausgefüllt werden, was die Mitarbeiter demotivierte. Nun ist diese Hürde beseitigt.
  • Wie das in der Praxis funktioniert: Der Mitarbeiter fotografiert das Risiko, gibt die Daten in das System ein und kann von seinem Recht Gebrauch machen, die Arbeit zu stoppen. Für die Aufdeckung kritischer Verstöße (z. B. kaputte Leitern an Waggons, die zu Stürzen aus der Höhe führen können) gibt es ein monatliches Prämienprogramm, und die aktivsten Mitarbeiter erhalten am Jahresende wertvolle Belohnungen.

Umweltsicherheit und Automatisierung von Routineaufgaben

Ein separater Teil des Webinars widmet sich der Digitalisierung der Umweltkontrolle, die zu einem vollwertigen "Projekt im Projekt" wurde.

  • Was vorgeschlagen wurde: Etwa 600 Methoden zur Berechnung von Ausstößen und Emissionen wurden in das System integriert.
  • Warum das wichtig ist: Umweltexperten werden von routinemäßigen Berechnungen in Tabellen befreit. Die Zeit für die Eingabe und Verarbeitung von Informationen wurde um mehr als die Hälfte reduziert.
  • Wie das funktioniert: Die Fachleute geben nur Primärdaten ein (z. B. die Menge des verbrauchten Kraftstoffs), und das System berechnet automatisch die Umweltauswirkungen, erstellt Berichte und berechnet die Umweltleistung des Unternehmens. Ein zusätzlicher Effekt ist die enorme Papiereinsparung, was direkt Bäume und Wasserressourcen schont.

Information und ehrliches Feedback

Für das Risikomanagement ist es von entscheidender Bedeutung, dass Informationen über Vorfälle jeden Mitarbeiter erreichen und das Management die tatsächliche Situation vor Ort versteht.

  • Was getan wurde: Das Modul "Blitze" (Push-Benachrichtigungen über aufgetretene Vorfälle) und ein System für regelmäßige Online-Umfragen wurden eingeführt.
  • Warum das wichtig ist: Traditionelle Berichte durchlaufen oft die Filter der Linienmanager, was das Bild verzerrt. Direkte Umfragen ermöglichen es, Probleme direkt von den Lokführern und Gleisarbeitern zu hören.
  • Wie das funktioniert: Das System verfolgt den Prozentsatz der Kenntnisnahme von Sicherheitsbulletins (Zielwert: mindestens 75 %). Das Management sieht Dashboards mit dem Engagement-Level jeder Abteilung. Fragebögen helfen dabei, Versorgungsengpässe (z. B. Mangel an Kühltaschen bei Hitze) zu erkennen und Managemententscheidungen anzupassen.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie motiviert man das operative Personal, die unternehmenseigene mobile App zur Erfassung von Gefahren aktiv zu nutzen?
  • Wie reduziert die Automatisierung der Umweltbilanzierung den Arbeitsaufwand der Fachkräfte um die Hälfte?
  • Wie nutzt man Online-Umfragen, um ehrliches Feedback unter Umgehung administrativer Hürden zu erhalten?
  • Wie integriert man die Erfassung von Beinaheunfällen (Near Misses) und Arbeitsunterbrechungen in die allgemeine Unfallpyramide?
  • Welche Schritte sind notwendig, um die Einführung elektronischer Arbeitserlaubnisse und das digitale Fremdfirmenmanagement vorzubereiten?
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