Einbindung von Führungskräften und Entwicklung von HSE-Leadership in der NLMK-Gruppe

Fallstudie
12 Dezember 2022 🇷🇺 Originalsprache: русский

Vom formalen Ansatz zu echtem HSE-Leadership

Leadership im Bereich Arbeitssicherheit und Umweltschutz (HSE) ist nicht nur der erste Punkt im Managementsystem, sondern das Fundament, ohne das die anderen Elemente nicht funktionieren. In seinem Vortrag erläutert Pavel Zakharov, HSE-Direktor der NLMK-Gruppe, wie man von theoretischen Konzepten zu realen Praktiken der Einbindung von Führungskräften auf allen Ebenen übergeht.

Der Referent zeigt am Beispiel seines Unternehmens, dass die Entwicklung von Leadership ein langfristiger Prozess ist, der einen individuellen Ansatz für jeden Top-Manager erfordert. Man kann nicht einfach eine Anweisung herausgeben und sofortige Veränderungen erwarten. Es ist wichtig, Vertrauensbeziehungen zwischen der HSE-Funktion und der Produktion aufzubauen, damit das Unternehmen selbst den Wert sicheren Arbeitens erkennt.

Einbindung des Top-Managements: vom Widerstand zur Projektbetreuung

Einer der wichtigsten Schritte bei der Entwicklung einer Sicherheitskultur war die Einbindung des Top-Managements in das Management spezifischer Risiken. Der Referent merkt an, dass es ein halbes Jahr dauerte, den Präsidenten des Unternehmens und die Vorstandsmitglieder zu überzeugen, aber das Ergebnis übertraf die Erwartungen.

  • Projektbetreuung durch Top-Manager. Jedes Vorstandsmitglied übernahm die persönliche Kontrolle über ein bestimmtes Risiko (z. B. Absturz aus der Höhe oder Einklemmen/Quetschen). Dies führte zu einem deutlichen Rückgang der Verletzungen in diesen Bereichen, da die Initiative vom Unternehmen und nicht nur von der HSE-Funktion ausging.
  • Gründung von HSE-Ausschüssen. In jedem Werk wurden Ausschüsse unter der Leitung der Generaldirektoren gegründet. Dies ermöglichte es, Probleme direkt vor Ort zu diskutieren und zu lösen, wobei die Unternehmenszentrale nur bei Bedarf einbezogen wurde.
  • Persönliches Vorbild des Präsidenten. Regelmäßige Rundgänge mit Beteiligung der Unternehmensspitze, persönliche Verpflichtungen und die Kontrolle über deren Erfüllung demonstrieren die tatsächliche Priorität der Sicherheit.

Instrumente zur Einbindung von Linienmanagern und Mitarbeitern

Damit Leadership nicht nur auf der Ebene des Top-Managements bleibt, implementiert das Unternehmen praktische Instrumente für Linienmanager und einfache Mitarbeiter. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Prozess ihrer Einführung: von der Entwicklung der Methodik bis zur Bewertung der Wirksamkeit.

  • Verhaltensbasierte Sicherheitsdialoge. Die Einführung dieses Instruments wird von obligatorischen Schulungen und Mentoring am Arbeitsplatz begleitet. Es ist wichtig, dass die Führungskräfte den Sinn der Dialoge verstehen und sie nicht nur formal behandeln.
  • Sicherheitskontakte. Um dieses Instrument funktionsfähig zu machen, wurde ein Kalender mit vorgefertigten Themen für jeden Tag erstellt. Dies half, anfängliche Widerstände zu überwinden und Tausende von Mitarbeitern in die regelmäßige Diskussion von Sicherheitsfragen einzubeziehen.
  • Erfassung von unsicheren Handlungen und Bedingungen. Die Ausstattung der Mitarbeiter mit Smartphones und die vorübergehende Verknüpfung dieses Indikators mit KPIs ermöglichten es, die Gewohnheit zu entwickeln, Gefahren zu erkennen und zu dokumentieren. Auch nach der Abschaffung der KPIs blieb die Aktivität der Mitarbeiter auf einem hohen Niveau.

Schulung und Motivation als Treiber des Wandels

Der Referent betont die Bedeutung einer praxisorientierten Schulung (70 % Praxis, 30 % Theorie) und der richtigen Motivation. Die Einführung des Präsidentenpreises für die besten HSE-Projekte gab einen starken Impuls für Initiativen von unten.

Darüber hinaus ermöglichte die Durchführung einer Sicherheitswoche anstelle eines einzigen Tages die Einbindung von Zehntausenden von Mitarbeitern und Auftragnehmern sowie die Identifizierung und Beseitigung von Tausenden von Gefahren durch die Produktion selbst.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie überzeugt man das Top-Management, Projekte zur Risikominderung persönlich zu betreuen?
  • Wie führt man verhaltensbasierte Sicherheitsaudits ein, damit sie nicht zur Formalität werden?
  • Wie nutzt man IT-Tools, um Mitarbeiter in die Gefahrenerfassung einzubinden?
  • Wie gestaltet man den Schulungsprozess für HSE-Instrumente in der Produktion richtig?
  • Wie organisiert man eine Sicherheitswoche mit maximaler Reichweite und praktischem Nutzen?
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