Das Problem der geringen Mitarbeiterbeteiligung bei HSE-Themen ist vielen Produktionsunternehmen bekannt. Mitarbeiter empfinden Sicherheitsanforderungen oft als von oben aufgezwungene Formalität, und Korrekturmaßnahmen für festgestellte Verstöße werden monatelang ignoriert. Auf der Suche nach einer Lösung hat das Unternehmen „OZNA Engineering“ seinen Ansatz zur internen Kommunikation komplett überarbeitet. Die stellvertretende Generaldirektorin für HSE, Elena Arkova, teilt praktische Erfahrungen bei der Einführung eines Projekts für thematische HSE-Monate, das es ermöglichte, die Einhaltung von Regeln in eine feste Gewohnheit zu verwandeln.
Anstatt traditionelle, einmalige „Sicherheitswochen“ oder jährliche Unterweisungen durchzuführen, verteilte das Unternehmen die Hauptrisiken auf alle 12 Monate des Jahres. Diesem Ansatz liegt ein psychologisches Prinzip zugrunde: Um eine feste Gewohnheit zu bilden, sind mindestens 21 Tage erforderlich. Das Eintauchen der Mitarbeiter in ein bestimmtes Thema für einen ganzen Monat bietet ausreichend Zeit für Information, praktische Schulung und die anschließende Festigung sicheren Verhaltens am Arbeitsplatz.
Jeder Monat ist einem bestimmten Bereich gewidmet, dessen Auswahl durch die Analyse der Vorfallstatistik im internen Erfassungssystem und durch saisonale Faktoren bestimmt wird. In der Präsentation wird der Algorithmus zur Umsetzung solcher Kampagnen detailliert betrachtet, wobei jede Maßnahme einen konkreten praktischen Nutzen bringt.
Die Referentin zeigt am Beispiel des Unternehmensportals, wie sich die Einstellung der Belegschaft zu Sicherheitsthemen verändert hat. Wurde die Initiative zu Beginn des Projekts noch mit Misstrauen betrachtet, so hat sich die Zahl der registrierten potenziell gefährlichen Ereignisse und Verbesserungsvorschläge bis zum Jahresende mehr als verdoppelt. Die wichtigste Errungenschaft war der Abbau der Barriere zwischen der HSE-Abteilung und den Arbeitern: Die Distanz wich einem vertrauensvollen Dialog und der Bereitschaft, Probleme offen zu diskutieren.
Eine besondere Rolle spielte dabei das System der positiven Motivation. Die Praxis hat gezeigt, dass aufrichtige Dankbarkeit der Führungskraft für sicheres Arbeiten und kleine Erinnerungsgeschenke viel effektiver zur Einbindung beitragen als ausschließlich strafende Maßnahmen.
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