Die Entwicklung der Sicherheitskultur ist kein einmaliges Projekt, sondern eine systemische Transformation, die die Einbeziehung aller Unternehmensebenen erfordert. Der Vortrag beleuchtet detailliert die Erfahrungen der Unternehmensgruppe Metalloinvest, die 2021 den Übergang von einer reaktiven zu einer proaktiven Ebene begann. Die Referenten zeigen beispielhaft, wie Audits und die Einbindung von Beratung zum Ausgangspunkt für die Erstellung eines Fünfjahresprogramms mit dem Ziel von null Unfällen wurden.
Der Referent analysiert die Entwicklung der Instrumente zur Gefahrenerkennung. Die traditionelle „Risikojagd“ auf dem Gelände wurde durch die „Risikojagd bei Arbeiten“ ergänzt – eine detaillierte Verfolgung komplexer mehrstufiger Prozesse von der Vorbereitung bis zur Inbetriebnahme der Anlagen. Dies ermöglichte es, verborgene Bedrohungen aufzudecken, die bei einer normalen Inspektion unbemerkt bleiben.
Zur Steigerung der Effizienz der Instandhaltungsdienste wurde eine Integration mit dem System SAP Mobile Instandhaltung durchgeführt. Nun fließen die gefundenen Risiken automatisch in die Arbeitspläne der Instandhalter ein, und gemäß den Vorschriften sind sie verpflichtet, darauf zu reagieren, was ein Ignorieren von Problemen ausschließt.
Ein wichtiges Element des Systems war die Einführung eines Unternehmensportals und einer mobilen App zur Erfassung von Risiken und Abweichungen. Um die Mitarbeiter zu motivieren, wurde ein Belohnungssystem (Punkte-Shop) geschaffen, wobei der Schwerpunkt jedoch nicht auf der Quantität, sondern auf der Qualität der erkannten Bedrohungen liegt. Dadurch begannen die Mitarbeiter, kritische Risiken im Zusammenhang mit Anlagen und Kränen zu erfassen, was half, reale Unfälle zu verhindern.
Darüber hinaus betont der Referent die Bedeutung der richtigen Kommunikation mit den Mitarbeitern nach dem Prinzip „Zuhören, Hinsehen und Fragen“. Dies setzt einen Prozess des bewussten Umgangs mit Sicherheit in Gang, anstatt sich Anweisungen nur formell anzuhören.
Zur Kontrolle und Aufrechterhaltung der erzielten Ergebnisse wurde ein Bewertungssystem für Führungskräfte entwickelt. Es umfasst vier Blöcke: Schulung, Bewertung des Sicherheitsradius (Qualität der Linienrundgänge und der Kommunikation mit den Menschen) und die Ausführung von Standardarbeiten im Portal. Hohe Punktzahlen in diesem System werden in HR-Prozesse integriert und wirken sich auf den Erhalt von Boni aus.
Zudem wird die Akzeptanz der Instrumente bewertet: Fachleute verschiedener Werke überprüfen sich gegenseitig, decken Schwachstellen auf und formulieren Empfehlungen zur Verbesserung.
Der Vortrag liefert ein reales Beispiel dafür, wie ein systemischer Ansatz hilft, dem Top-Management die Notwendigkeit dringender Investitionen zu vermitteln. Bei einem Linienrundgang wurde eine kritische Zerstörung der Metallstrukturen des zentralen Förderbandes festgestellt. Anstelle abstrakter Forderungen nach Mittelzuweisungen entwickelten die Fachleute Kompensationsmaßnahmen, berechneten die Kosten und legten dem Ausschuss beim Generaldirektor einen fundierten Plan vor. Dies ermöglichte eine schnelle Finanzierung ohne Produktionsstopp und bildete die Grundlage für ein neues Arbeitsreglement über den Risikopass.
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