Sicherheitspraktiken während der planmäßigen vorbeugenden Instandhaltung

Fallstudie
20 November 2025 🇷🇺 Originalsprache: русский

Die planmäßige vorbeugende Instandhaltung (PVI) ist ein Stresstest für das Arbeitssicherheitssystem jedes Unternehmens. Ein plötzlicher Zustrom von Auftragnehmern, eine Vervielfachung der Anzahl von Arbeitserlaubnissen für Arbeiten mit erhöhtem Risiko und enge Fristen schaffen ein Umfeld mit maximaler Risikokonzentration. In diesem Webinar erläutert Alina Kvartalnova, Hauptspezialistin bei Gazprom LNG Portovaya LLC, einen praktischen Ansatz zum Management des menschlichen Faktors und zur Aufrechterhaltung von null Unfällen in Zeiten von Spitzenbelastungen in der Produktion.

Spezifische Risiken während der PVI

Am Beispiel eines Komplexes zur Produktion von verflüssigtem Erdgas zeigt die Referentin, wie sich das Risikoprofil während der Instandhaltung verändert. Bei einer regulären Belegschaft von 600 Personen betreten rund 400 Mitarbeiter von Auftragnehmern das Gelände. Die Anzahl der Arbeiten mit erhöhtem Risiko steigt um mehr als das Dreifache (von 155 auf 518 Arbeitserlaubnisse pro Monat). Eine Analyse vergangener Vorfälle ergab, dass die Hauptursachen für Verletzungen nicht nur direkte Verstöße sind, sondern auch unzureichende Planung und Gleichgültigkeit der Umstehenden. Um diese Probleme zu lösen, hat das Unternehmen ein zweistufiges System zur Einbindung des Personals eingeführt.

Präventive Vorbereitung: „Sicherheitswochen“

Zwei Wochen vor Beginn der Instandhaltungsarbeiten startet ein Zyklus praktischer Schulungen für das eigene Personal und die Auftragnehmer. Das Ziel dieser Phase ist keine formelle Unterweisung, sondern der Aufbau von Muskelgedächtnis und das Eintauchen in die Besonderheiten der anstehenden Aufgaben.

  • Interne Trainer: Nicht nur HSE-Spezialisten, sondern auch Linienmanager, Ingenieure und Arbeiter werden in die Schulung einbezogen. Dies erhöht das Vertrauen in das Material und entwickelt horizontale Verbindungen.
  • Praktische Übungen: Auf einem speziellen Übungsgelände trainieren die Mitarbeiter den Einsatz tragbarer Atemgeräte, die Verwendung von Schlauchgasmasken und Absturzsicherungen.
  • Risikovisualisierung: Die Referentin demonstriert die Wirksamkeit eines „Museums für kaputte Werkzeuge“ – einer anschaulichen Ausstellung von improvisierten oder beschädigten Geräten, die die Folgen von Verstößen ohne viele Worte erklärt.

Feldkontrolle und Motivation: „Sicherheitsversammlungen“

Mit Beginn der PVI verlagert sich der Fokus auf die Aufrechterhaltung einer sicheren Umgebung in Echtzeit. Das wichtigste Instrument sind wöchentliche Massenversammlungen – „Sicherheitsversammlungen“, die jeden Dienstag stattfinden.

Der Vortrag geht detailliert auf das Format solcher Veranstaltungen ein. Bis zu 200 Personen in voller Ausrüstung versammeln sich. Die Anwesenheit des Top-Managements demonstriert Führung in Sicherheitsfragen. Die Tagesordnung umfasst die Analyse der Verstöße der Woche, die Erörterung des Plans für anstehende Arbeiten und von Handlungsalgorithmen in Notsituationen. Ein entscheidendes Element der Versammlung ist die öffentliche Auszeichnung von Teams, die eine Woche lang ohne Verstöße gearbeitet haben. Dies schafft eine positive Motivation und bildet eine Kultur, in der es prestigeträchtig wird, die Regeln zu befolgen.

Feedback-Instrumente

Um gefährliche Bedingungen rechtzeitig zu erkennen, werden Sicherheitskarten verwendet. Damit das Instrument funktioniert, garantiert das Management öffentliches Feedback: Der Lösungsstatus jedes Problems wird an Informationstafeln ausgehängt und bei den wöchentlichen Versammlungen bekannt gegeben. Dies beweist den Mitarbeitern, dass ihre Meldungen zu echten Veränderungen führen und nicht dazu verwendet werden, Kollegen zu bestrafen.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie organisiert man praktische Schulungen vor der PVI mit internen Mitarbeitern?
  • Wie visualisiert man die Folgen von Verstößen mithilfe einer Ausstellung kaputter Werkzeuge?
  • Wie sieht der Algorithmus für die Durchführung wöchentlicher Massen-„Sicherheitsversammlungen“ unter Beteiligung von Management und Auftragnehmern aus?
  • Wie baut man ein transparentes Feedback-System für Sicherheitskarten auf, um das Vertrauen im Team zu stärken?
  • Wie helfen immaterielle Motivation und öffentliche Anerkennung, die Anzahl der Verstöße bei Auftragnehmern zu reduzieren?
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