Der Übergang von einer „polizeilichen“ Kontrolle zu einer bewussten Sicherheitskultur ist eine natürliche Entwicklungsphase für große Industrieunternehmen. In der Präsentation von Irina Kosukhina, Senior Internal Trainer bei Lebedinsky GOK (Unternehmen Metalloinvest), wird die Erfahrung bei der Transformation des HSE-Systems detailliert beleuchtet. Nach einer Diagnose im Jahr 2020 verabschiedete das Unternehmen eine Strategie zur Einführung eines risikoorientierten Ansatzes mit dem Ziel, bis 2025 null tödliche und schwere Verletzungen zu erreichen.
Die Referentin erläutert den schrittweisen Ansatz für Veränderungen: von der Normalisierung der Bereiche (Schaffung einer „leichten Sicherheit“) über die Normalisierung der Arbeiten selbst („zugängliche Sicherheit“) bis hin zur Entwicklung eines bewussten Verhaltens der Mitarbeiter.
Umfassende Veränderungen sind ohne starke interne Expertise unmöglich. Das Unternehmen gründete ein Institut für hauptberufliche Trainer aus den Reihen der Produktionsmitarbeiter, die die Besonderheiten des Unternehmens genau kennen. Auswahl, mehrstufige Ausbildung, Zertifizierung und Supervision ermöglichten den Aufbau eines Teams, das bereits über 28.000 Mitarbeiter geschult hat.
Dieser Ansatz gewährleistet nicht nur die Wissensvermittlung, sondern auch die Schaffung eines einheitlichen Risikoverständnisses auf allen Ebenen – vom Top-Management bis hin zu Meistern und Arbeitern. Die Referentin zeigt an einem Beispiel, wie das Training in den Onboarding-Prozess neuer Mitarbeiter und in das System der regelmäßigen Weiterbildung integriert wird.
Ein wichtiger Schritt war die Kombination des obligatorischen HSE-Trainings mit proaktiven Programmen. Jetzt durchläuft jeder neue Mitarbeiter ein sequenzielles Training: von der Einführungsunterweisung bis hin zu praktischen Übungen auf Trainingsgeländen für Arbeiten mit hohem Risiko und dem Erlernen der „Führungsnorm“.
Für bestehende Mitarbeiter ist eine regelmäßige Wiederholung des Materials vorgesehen, um die Normen zu festigen. Das praktische Üben von Fähigkeiten (z. B. bei Arbeiten in der Höhe) wirkt sich direkt auf die Reduzierung von Verletzungen aus, und die Integration des Risikomanagementsystems in die Berufsausbildung verbessert die Qualität der Arbeitsausführung.
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