Kontext: Warum die Sicherheitskultur neue Ansätze erfordert
Der Schutz von Leben und Gesundheit der Mitarbeiter ist das grundlegende Ziel jedes Produktionsunternehmens. Ab einer bestimmten Entwicklungsstufe stehen viele Unternehmen jedoch vor einem „Plateau-Effekt“, bei dem traditionelle Methoden zur Senkung der Unfallzahlen keine spürbaren Ergebnisse mehr liefern, insbesondere in der Zusammenarbeit mit Auftragnehmern. In seinem Vortrag erläutert Sergey Tarkhanov, leitender HSE-Spezialist bei „LUKOIL-Wolgogradneftepererabotka“, wie diese Barriere durch die Entwicklung der Sicherheitskultur und die Einführung digitaler Tools überwunden werden kann.
Digitalisierung der Kontrolle: Von Videoanalyse bis zu mobilen Rundgängen
Der Referent geht detailliert auf zwei wichtige IT-Lösungen ein, die im Rahmen der Branchenvorlage „Verarbeitung“ implementiert wurden und den Ansatz zur Sicherheitskontrolle qualitativ verändert haben:
- Videoanalysesystem. Automatische Erkennung von Verstößen (fehlende PSA, Rauchentwicklung) mithilfe vorhandener Kameras. Dies ist wichtig, da es den menschlichen Faktor bei der Überwachung ausschließt. In der Praxis sendet das System Benachrichtigungen an die Verantwortlichen, was eine schnelle Reaktion auf Vorfälle ermöglicht. Der Referent merkt an, dass nach einer Eingewöhnungsphase die Anzahl der Verstöße durch Mitarbeiter auf ein Minimum reduziert wurde – die Einhaltung der Regeln wurde zur Gewohnheit.
- System „Mobiler Rundgänger“. Einsatz von explosionsgeschützten Wearables mit BLE- und NFC-Tags zur Kontrolle der Bedienerrouten. Diese Lösung erhöht die Transparenz der Produktionsprozesse. Der Schichtleiter sieht in Echtzeit den Standort des Personals, kann Aufgaben erteilen (z. B. Checklisten zur Überprüfung von Arbeiten mit erhöhtem Risiko) und Foto-/Videoberichte über Gerätedefekte erhalten.
Einbindung und Motivation: Wie man zum Partner für Mitarbeiter und Auftragnehmer wird
Technische Kontrolle ist nur ein Teil des Systems. Der Referent zeigt am Beispiel seines Unternehmens, dass die Arbeit an der Motivation ebenso wichtig ist. Anstatt ausschließlich auf Strafmaßnahmen zu setzen, setzt das Unternehmen auf Einbindung:
- Wettbewerbe und Turniere. Durchführung von Wettbewerben wie „Sicherheitsführer“, „Objekt hoher Kultur“ und intellektuellen Spielen zum Thema Arbeitsschutz unter Einbeziehung von Auftragnehmern. Dies schafft partnerschaftliche Beziehungen und motiviert die Auftragnehmer, ihre Kompetenzen zu verbessern.
- Bewusste Führung. Förderung von Führungskräften innerhalb des Teams, die durch ihr Vorbild die Unternehmenswerte vermitteln, Kollegen bei der Beherrschung neuer Tools helfen und eine Atmosphäre der Null-Toleranz gegenüber Verstößen schaffen.
Was Sie in diesem Webinar lernen werden:
- Wie implementiert man ein Videoanalysesystem und überwindet den Widerstand des Personals?
- Wie hilft die Technologie von BLE- und NFC-Tags bei der Kontrolle von Anlagenrundgängen?
- Wie baut man partnerschaftliche Beziehungen zu Auftragnehmern in HSE-Fragen auf?
- Welche Motivationsinstrumente funktionieren besser als Strafen?
- Was ist bewusste Führung im Arbeitsschutz und wie entwickelt man sie in der Produktion?