Von formaler Compliance zu echtem Risikomanagement
Der Übergang der russischen Gesetzgebung zu einem risikoorientierten Ansatz hat ein grundlegendes Problem der Branche offengelegt: Die strikte Einhaltung gesetzlicher Vorgaben ist nicht mehr gleichbedeutend mit einem effektiven HSE-Managementsystem. Ein formaler Ansatz nivelliert die Arbeitgeber, verhindert aber keine Unfälle. Pjotr Schukow, Leiter der Abteilung für Arbeitssicherheit bei UNIGREEN ENERGY, analysiert den Transformationsprozess des HSE-Managementsystems und kombiniert dabei gesetzliche Anforderungen, internationale ISO-Standards und Prinzipien der Ursachenanalyse von Vorfällen.
Architektur eines menschenzentrierten HSE-Managementsystems: 12 Elemente
In dem Vortrag wird das vom Autor entwickelte 12-Elemente-Modell des HSE-Managementsystems detailliert betrachtet, in dessen Zentrum der Mitarbeiter steht. Gestützt auf weltweite Praktiken unterteilt der Sprecher die Ursachen von Vorfällen in gefährliche Handlungen und gefährliche Bedingungen und bildet für jeden Bereich eigene Schutzbarrieren.
Prävention gefährlicher Handlungen
Weltweite Statistiken zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Vorfälle mit menschlichen Handlungen zusammenhängt. Das Modell unterteilt diese in zwei Kategorien:
- Direkte gefährliche Handlungen. Diese werden durch den Aufbau eines Sicherheitsbewusstseins, die klare Festlegung von Verantwortlichkeiten und den Aufbau einer zweiseitigen Kommunikation verhindert. Der Sprecher zeigt am Beispiel einer Interaktionsmatrix, wie man die Verantwortung zwischen technischen Leitern, der HSE-Abteilung und den Mitarbeitern auf einem einzigen Blatt verteilt und das System so transparent macht.
- Indirekte gefährliche Handlungen (Fehler). Diese werden durch die Optimierung von Verfahren, die Kontrolle des physischen und psychischen Zustands sowie eine hochwertige Ausbildung blockiert. Die Einführung telemedizinischer Komplexe an abgelegenen Standorten und ein erweitertes Verständnis von schädlichen Faktoren (einschließlich Stress und Ergonomie) ermöglichen es, Risiken zu erkennen, bevor sie zu einem Fehler führen.
Management gefährlicher Bedingungen
Arbeitsbedingungen erfordern einen differenzierten Ansatz, abhängig von der Möglichkeit ihrer vollständigen Beseitigung:
- Beseitigbare Bedingungen. Diese werden durch eine tiefgehende Untersuchung von Vorfällen (die «Fünf-Warum»-Methode), Audits von Produktionsprozessen und die Integration der HSE-Abteilung in Fragen der Anlagenzuverlässigkeit kontrolliert. Die Suche nach den Grundursachen ersetzt die standardmäßige Suche nach Schuldigen und formale außerplanmäßige Unterweisungen.
- Beherrschbare Bedingungen. Was nicht beseitigt werden kann, erfordert strenge Kontrolle. Dies wird durch eine sinnvolle Bewertung beruflicher Risiken, die Weitergabe von Sicherheitsanforderungen an Auftragnehmer und die Bereitstellung wirksamer PSA als letzte physische Barriere erreicht.
Was Sie in diesem Webinar lernen werden:
- Wie verteilt man die Verantwortung für Sicherheit zwischen Produktionsabteilungen und der HSE-Abteilung ohne Funktionsüberschneidungen?
- Warum reichen Standard-Medizinchecks nicht aus und wie reduziert Telemedizin die Risiken indirekter gefährlicher Handlungen?
- Wie baut man eine funktionierende zweiseitige Kommunikation mit dem Personal auf, um verborgene Bedrohungen am Arbeitsplatz zu erkennen?
- Wie verhindert die Beteiligung von HSE-Spezialisten an der Kontrolle von technologischen Prozessen und Reparaturen Verletzungen?
- Wie kommt man von übermäßiger Dokumentation weg und schafft ein kompaktes, lesbares und angemessenes lokales HSE-Managementsystem?
Kommentare 2
Guten Tag! Ich wollte auch bitten, meine Daten aus dem Verteiler zu entfernen, da ich nie an den Webinaren teilnehmen konnte. Kein Vertrauen. Sie fragen alle Daten ab, dann kommt keine Antwort und kein Verbindungslink.
Guten Tag, wer kann an diesem Webinar teilnehmen? Ich erhalte Einladungen, habe aber keinen Zugang. Warum Links senden, wenn ich keinen Zugang zu kostenpflichtigen Webinaren habe?