Die Transformation der Schulungsansätze für das Produktionspersonal ist ein logischer Schritt bei der Entwicklung der Sicherheitskultur in großen Unternehmen. Das formelle Lesen von Anweisungen zum Erhalt von Zertifikaten wird den heutigen Herausforderungen nicht mehr gerecht, insbesondere wenn es um das Management des menschlichen Faktors geht. In diesem Webinar analysiert Andrey Lisitsyn, Leiter der Abteilung für Ökologie und Technosphärensicherheit der RZD AG, ein umfassendes Fallbeispiel für den Übergang von klassischen Vorlesungen zu interaktiven Bewertungssitzungen für das mittlere Management.
Die Analyse von Arbeitsunfällen zeigt, dass den meisten Vorfällen der menschliche Faktor zugrunde liegt – gewohnte, aber unsichere Handlungen der Mitarbeiter. Traditionelle Schulungen ohne Interaktion und Einbindung in die Lösung praktischer Aufgaben erweisen sich als fast halb so effektiv wie moderne Formate. Oft verstehen die Mitarbeiter den wahren Zweck von Unterweisungen nicht und betrachten sie lediglich als bürokratische Notwendigkeit für die Arbeitszulassung.
Zur Lösung dieses Problems wurde ein System von Bewertungssitzungen entwickelt, dessen Hauptziel die Förderung eines bewussten, sicheren Denkens ist. Dies ist ein Zustand, in dem der Mitarbeiter die Regeln auch dann einhält, wenn er nicht vom Management beobachtet wird.
Eine Bewertungssitzung ist ein komplexer Bildungsprozess, der auf realen Produktionserfahrungen aufbaut. In der Präsentation werden die Phasen der Durchführung solcher Sitzungen detailliert betrachtet:
Hunderttausende von Mitarbeitern allein durch eine Unternehmensuniversität zu schulen, ist physisch unmöglich. Zur Vervielfältigung der Methodik hat das Unternehmen ein kaskadierendes Schulungsmodell eingeführt. An einer spezialisierten Hochschule wurde eine Gruppe von über 800 Moderatoren ausgebildet. Die motiviertesten Fachkräfte, die diese Ausbildung abgeschlossen haben, kehren in ihre Betriebe zurück und führen Bewertungssitzungen für Linienmanager und Vorarbeiter direkt vor Ort durch. Dies ermöglicht es, eine maximale Anzahl von Mitarbeitern mit hochwertigen Schulungen zu erreichen, ohne enorme Reisekosten zu verursachen.
Ein wichtiges Element des neuen Systems ist eine einheitliche Informations- und Bildungsumgebung. Anstelle veralteter physischer HSE-Räume mit nicht mehr aktuellem Anschauungsmaterial werden virtuelle 3D-Klassenzimmer und VR-Simulatoren eingeführt. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie Mitarbeiter mit Virtual-Reality-Brillen die Fehlersuche an einem Bahnhof unter Zugverkehr üben oder in einer Simulation gemeinsam Rollen bei der Ausstellung von Arbeitsfreigaben verteilen können. Dies senkt nicht nur die Kosten für die Aktualisierung der materiellen Basis, sondern erhöht auch das Engagement der Lernenden radikal.
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