Die Implementierung eines effektiven Risikomanagement- und Sicherheitssystems in der Produktion ist eine Aufgabe, die einen ganzheitlichen Ansatz erfordert. In diesem Webinar teilt Artjom Kanisejew, leitender HSE-Ingenieur bei OOO Tomskneftekhim, praktische Erfahrungen bei der Umsetzung eines integrierten Sicherheitsbarrierensystems in einem großen petrochemischen Unternehmen. Der Referent erläutert, wie verschiedene Komponenten des Barrierenmodells miteinander interagieren und welche Instrumente zur Steigerung der Sicherheitskultur beitragen.
Die erste Schlüsselbarriere ist das Risikomanagementsystem. Das Unternehmen hat einen vertikal integrierten Ansatz implementiert: Risikobögen werden auf Ebene der Abteilungen erstellt und in das Risikoregister des Unternehmens überführt. Dies ermöglicht es, sich auf die wichtigsten Bedrohungen zu konzentrieren und diese bei der Geschäftsplanung zu berücksichtigen.
Ein zweites wichtiges Element ist die Schulung des Personals. Der Referent betont die Bedeutung eines praxisorientierten Ansatzes. Die Nutzung realer Fallstudien und die Simulation von Notfällen (z. B. Druckverlust in Anlagen) ermöglichen es den Mitarbeitern, Fehler zu analysieren und die Folgen von Verstößen besser zu verstehen. Die Ausweitung der Zielgruppe solcher Trainings auf die Betreuer von Auftragnehmern stärkt diese Barriere zusätzlich.
Effektive Kommunikation ist eine weitere kritische Barriere. Die Praxis der „Gefahrengespräche“ und regelmäßige HSE-Treffen in den Schichten schaffen die Voraussetzungen für einen offenen Dialog zwischen Management und Mitarbeitern. Dies hilft, verborgene Bedrohungen zu erkennen und schnell Maßnahmen zu ergreifen.
Der Vortrag geht detailliert auf den Audit-Ansatz ein. Neben Standardprüfungen wurden gezielte Audits für schwache Prozesse (z. B. Arbeitsfreigaben) und regelmäßige Rundgänge mit Beteiligung des Top-Managements eingeführt. Dies demonstriert das Engagement für Führung in Sicherheitsfragen.
Die Sicherheitskultur wird durch ein System von Belohnungen und Strafen unterstützt. Einerseits gilt eine strenge Richtlinie bei Verstößen gegen Schlüsselregeln (bis hin zum Verweis vom Werksgelände). Andererseits werden Sicherheitsmeisterschaften veranstaltet, bei denen Abteilungen in der Qualität von Verhaltensaudits und der Erkennung gefährlicher Bedingungen wetteifern. Dies fördert das Engagement des Personals und die Praxis des sicheren Eingreifens.
Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie moderne Technologien Sicherheitsbarrieren stärken. Der Einsatz mobiler Rundgänge zur Überwachung des Anlagenzustands ermöglicht die schnelle Erkennung von Mängeln und deren Integration in das ERP-System zur Reparaturplanung.
Besonderes Augenmerk wird auf ein Pilotprojekt zur Einführung intelligenter Videoüberwachung (IVÜ) an Be- und Entladerampen gelegt. Zur Kontrolle der Verwendung von Auffanggurten wurden Kameras an den Zugängen zur Rampe installiert. Um die Erkennungsgenauigkeit (auf bis zu 95 %) zu erhöhen, wurden spezielle leuchtende Hüllen für die Gurte entwickelt. Die Umsetzung des „Black Screen“-Konzepts reduzierte die Informationsbelastung der Bediener, indem nur Verstöße auf dem Monitor angezeigt werden.
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