Führung und Transformation der Sicherheitskultur: Erfahrungen von führenden Metallurgieunternehmen
In der modernen Industrie ist eine Senkung der Unfallraten ohne eine systematische Veränderung der Sicherheitskultur und die Einbindung jedes Mitarbeiters in das Risikomanagement unmöglich. Traditionelle Kontroll- und Überwachungsmethoden stoßen an ihre Grenzen und weichen einer bewussten Führung und Partnerschaft zwischen Management und Arbeitern. In diesem Webinar teilen Top-Manager von EVRAZ und Metalloinvest ihre praktischen Erfahrungen bei der Einführung eines risikoorientierten Ansatzes und von Instrumenten, die die Einstellung zur Sicherheit auf allen Ebenen verändern.
Risikoorientierter Ansatz und Einbindung des Personals
Konstantin Rubin, Vizepräsident für HSE bei EVRAZ, beleuchtet detailliert den Übergang von punktuellen Instrumenten zu einem umfassenden Risikomanagementsystem. Der Sprecher betont, dass die Schulung der Mitarbeiter und die Schaffung eines verständlichen Handlungsalgorithmus der Schlüsselfaktor für den Erfolg waren. Anstelle eines komplexen Überwachungssystems wird den Arbeitern ein Instrument zur dynamischen Risikobewertung (DRB) angeboten, mit dem die Sicherheit vor Beginn und während der Arbeit bewertet werden kann.
- Mobile App zur Erfassung von Gefahren: Mitarbeiter können ein Risiko fotografieren und die Informationen an eine Arbeitsgruppe senden. Dies sorgt für schnelles Feedback und bindet das Personal in den Verbesserungsprozess ein.
- Karten zur schrittweisen Durchführung von Operationen (KSDO): Im Gegensatz zu Standardanweisungen erklären KSDOs, warum Handlungen auf eine bestimmte Weise ausgeführt werden müssen, was die Wahrscheinlichkeit bewusster Verstöße verringert.
- Bow-Tie-Diagramm und Risikopässe: Die Verwendung dieser Instrumente ermöglicht es, Barrieren für kritische Risiken zu standardisieren und technische Schutzmaßnahmen (z. B. automatische Abschaltung von Geräten) einzuführen.
Sicherheitsdialoge und Motivation
Roman Rusetsky, Direktor der HSE-Abteilung bei Metalloinvest, zeigt am Beispiel seines Unternehmens, wie regelmäßige Kommunikation eine neue Kultur formt. Der Sprecher analysiert das Instrument der „Sicherheitsdialoge“, das auf allen Managementebenen – von den Arbeitsbereichen bis zur Direktion – eingeführt wurde.
- Tägliche Diskussionen: Kurze Gespräche über aktuelle Sicherheitsthemen (einschließlich alltäglicher Situationen) machen dieses Thema zu einem natürlichen Bestandteil des Arbeitstages.
- Zuckerbrot-und-Peitsche-Methoden in der Verkehrssicherheit: Die Einführung von Geschwindigkeitskontrollen und einem Strafsystem (Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz bei systematischen Verstößen) führte zu einem Rückgang von Verkehrsunfällen.
- Zusätzliche Prämien: Die Einführung einer vierteljährlichen Prämie für die Einhaltung der HSE-Anforderungen (ca. 15 % des Grundgehalts) motiviert die Mitarbeiter, bewusst mit dem Thema Sicherheit umzugehen. Die Prämie wird täglich gebildet und kann bei Verstößen vom Vorgesetzten gekürzt werden.
Was Sie in diesem Webinar erfahren werden:
- Wie man von einem Überwachungssystem zu einer Partnerschaft mit den Arbeitern in Sicherheitsfragen übergeht?
- Welche Instrumente helfen den Mitarbeitern, Risiken an ihren Arbeitsplätzen selbstständig zu bewerten?
- Wie organisiert man Sicherheitsdialoge richtig, damit sie nicht zur Formalität werden?
- Wie balanciert man Belohnungs- und Bestrafungsmethoden, um Verletzungen zu reduzieren?
- Wie transformieren Automatisierung und digitale Lösungen (mobile Apps, maschinelles Sehen) das HSE-Management?